zukunftswaende
Die erste eigene Wohnung oder WG bedeutet vor allem eins: Freiheit. Ab jetzt bestimmst du über deinen Tag und deine Einrichtung. Entweder allein oder in Abstimmung mit deinen neuen Mitbewohner:innen. Mit der neuen Verantwortung kommen sicher einige Fragen bei dir auf. Beim Einzug in eine WG hilft dir eine gute Planung dabei, Chaos und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Was brauchst du wirklich? Was ist schon da und was kannst du dir sparen?
Je nach Wohnung können sich die Antworten darauf deutlich unterscheiden. Besteht die WG etwa schon länger, brauchst du nicht so umfangreich einkaufen, wie bei einer Neugründung. Bei der Ausstattung deiner Wohnung kommt es nicht zuletzt auf deine Finanzen und den Platz, den du bald zur Verfügung hast, an. Mit der folgenden Checkliste für die erste eigene Wohnung behältst du Raum für Raum den Überblick über notwendige Anschaffungen. Für den idealen Start in die erste eigene Bleibe.
Das Wichtigste in Kürze:
- Vorbereitung spart Geld und Stress: Prüfe vor Einzug, was schon vorhanden ist und schaffe nur das Nötigste an. Wenn du in eine WG ziehst, solltest du deine Mitbewohner:innen fragen, welche Basics fehlen.
- Für das Badezimmer gilt: Klare Regeln zur Sauberkeit, individuelle Ablagen, Basics wie Handtücher, Toilettenpapier und Reinigungsutensilien bereitstellen.
- Beim Einrichten deines WG-Zimmers kannst du Funktionalität und Gemütlichkeit verbinden und den Stauraum optimieren.
- Wichtig ist auch, dass du die Kosten im Blick behältst. Dabei solltest du sowohl die einmaligen Kosten als auch die monatlichen Fixkosten kalkulieren. Wenn du in einer WG einziehst, werden die Finanzen gemeinschaftlich geregelt, z.B. mit einem WG-Konto und einer Ausgabenliste.
Erste eigene Wohnung! Vom vergessenen Pausenbrot zum eigenen Leben
Wie ist es, in die erste eigene Wohnung zu ziehen? Unser Autor Lauritz (23) berichtet:
In die erste eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer zu ziehen, ist in manchen Fällen wie das Ausräumen einer alten Brotdose aus dem Rucksack in den Sommerferien. Meistens überfällig, aber es gibt eben auch gute Gründe, die einen zurückhalten. So der Vergleich mit der Brotdose: Ich könnte es jetzt machen, die angekauten Brotreste entsorgen, die Dose abwaschen und wegräumen. Vernünftig, aber aufwändig. Ich könnte sie also auch einfach vergessen, wo sie ist, und mich mit angenehmeren Dingen beschäftigen. In den Badesee springen, Freund:innen treffen, Sport machen oder lesen. Die Sommerferien sind lang, und außerdem kommt der Ernst des Lebens doch noch früh genug – oder?
Allerdings stelle ich schnell fest: Je länger ich den Rucksack zulasse, desto unangenehmer wird es bald mit der Brotdose und ihrem Inhalt. Prokrastinieren ist schon eine tolle Sache – zumindest so lange, bis einen die Dinge, die man vor sich herschiebt, einholen. Ich spreche hier aus Erfahrung.
Aber zurück zum Ausziehen. Ich hatte es so lange rausgezögert, dass mir alles in meinem Leben signalisierte: Es ist so weit, worauf wartest du?
Erste eigene Wohnung oder WG-Zimmer suchen: 7 Quadratmeter für 420 Euro
Also, Brotdose ausräumen und los. Ich machte mich auf die Suche nach einem WG-Zimmer. Das war am Anfang wirklich eine befreiende Entscheidung – zumindest so die ersten fünf Minuten lang. Danach stellte ich fest, dass ich für eine Wohnung in Hamburg wahrscheinlich auf lebenswichtige Organe verzichten muss oder bei der Erfolgsaussicht lieber einen Lottoschein ausfüllen sollte.
Daher dauerte es etwas mit der Wohnungssuche, aber schlussendlich hat es dann doch geklappt: WG, 7 qm, 420 Euro? Nehm ich!
Was am Anfang wie ein Kompromiss schien, wurde dann zu einer richtig guten Entscheidung. Die WG hatte eine gute Lage, und ich verstand mich mit meinen Mitbewohner:innen sehr gut.
Wehmut im Rückspiegel: Abschied vor dem Einzug in die erste Wohnung
Trotz der glücklichen Fügung war dann der finale Moment doch schwerer als gedacht. Die ganze Vorfreude auf die neue Stadt war beim Abschied von zuhause auf einmal nicht mehr wiederzufinden. Stattdessen gab es ein komisches Gefühl von Nostalgie und Wertschätzung für alles, was ich bisher mein zuhause nannte. Die Dorfstraße, die ich eigentlich nicht mehr sehen konnte, war auf einmal der schönste Ort der Welt. Alle Erinnerungen kamen mir beim Anblick wieder in den Kopf – ich glaube, so müssen sich alte Leute fühlen.
Aber es half nichts: Der neue Lebensabschnitt war da, und er ließ sich durch nichts aufhalten – nicht von zuhause auszuziehen war ja auch keine Option.
Von Wäsche bis Versicherung: die Checkliste für die erste Wohnung
Nach diesem Erlebnis war die Brotdose des Lebens gesäubert und neu bestückt. Ich konnte mich mit vielen neuen, tollen Aufgaben vom Abschied ablenken. Bei der ersten eigenen Wohnung ist von Versicherung abschließen bis Einrichtungsstil finden alles dabei.
Erste To-dos:
- Wäsche waschen
- Geschirrspüler ausräumen
- Neue Küchenstühle bei IKEA holen
Ach, und war ich schon einkaufen? Wer hätte gedacht, dass ein Kühlschrank so schnell leer wird? Und was kaufe ich eigentlich? Wer entscheidet denn das jetzt? Alltags-Hacks erschienen mir plötzlich sehr sinnvoll.
Gut zu wissen: Bei der ersten eigenen Wohnung zählen als Versicherungen die private Haftpflichtversicherung und die Hausratversicherung zum Basisschutz. Wer sich noch in der Erstausbildung befindet und den Hauptwohnsitz bei den Eltern behält, ist häufig über deren Verträge mitversichert – bei der Hausratversicherung aber meist nur befristet.
Sieben Quadratmeter Freiheit: die erste eigene Wohnung einrichten und versichern
Die großen Fragen des Lebens plagten mich natürlich auch, aber Tag für Tag, Woche für Woche fand ich Antworten, und viele Aufgaben wurden automatisch zur Routine. Diese neue Selbstständigkeit spielte sich nicht nur in Küche und Flur ab, sondern fand vor allem an einem Ort statt, der ab sofort ganz allein mir gehörte: meinem eigenen Zimmer. Obwohl mein Raum sehr klein war, strahlte er etwas sehr Gemütliches und gleichzeitig etwas sehr Persönliches aus. Ich musste – durfte – mich hier neu einrichten und meine eigenen Wohnideen umsetzen, in meinem ersten eigenen Raum.
Er war klein, aber eben nur für mich. Das war irgendwie eine ganz neue und schöne Erkenntnis: Zum ersten Mal im Leben fühlte sich etwas anderes als „Zuhause“ nach Zuhause an.
Treffpunkt WG-Küche: Essen, Kochen, Miteinander
Deine WG-Küche ist mehr als ein Ort zum Kochen. In vielen WGs ist sie ein gemeinsames Wohnzimmer, ein Wohlfühlort für leckere Brunch-Ideen und ein Platz für tiefe Gespräche. Bevor du losziehst, um Geschirr, Topf-Set und Gläser zu kaufen, sprich mit deinen Mitbewohner:innen unbedingt ab: Was ist schon da – und was fehlt der Wohnküche? Nutze deine Einzugsenergie (und auch die Umzugshelfenden mit ihrem Werkzeug) für das Anbringen neuer Regale, Stauraum oder dem Austausch des Tisches, der vor 10 Jahren aus dem Sperrmüll gerettet wurde. Was du in deiner Startphase nicht änderst, wird wahrscheinlich bleiben. Aber denk dran: Der Raum ist gemeinschaftlicher Grund – hier wird im Idealfall auch gemeinsam über die Ausstattung entschieden.
Basics für die WG-Küche:
- Topf-Set (groß/klein), Pfanne
- Schneidebrett, Messer
- Teller, Schüsseln, Besteck
- Gläser, Tassen
- Wasserkocher, Kaffeemaschine (French Press oder Filter)
- Herd, Ofen, Mikrowelle
- Sieb, Kochlöffel (Holz, das schont die Pfanne)
- Spülmittel, Schwamm, Lappen, Geschirrtücher
- Gewürze, Öl, Kräuter
Tipp: Wenn du mehr brauchst als Salz und Pfeffer, bring doch als Einzugsgeschenk dein Gewürzschrank mit in die WG.
Geteiltes Badezimmer: Klare Regeln, klare Ordnung
Was ist sauber, was ist aufgeräumt? Im Bad gehen die Vorstellungen von Hygiene teils weit auseinander. Vor dem Einzug lohnt sich daher ein Rundgang durch die Wohnung, inklusive Badezimmer. Schaut gemeinsam in jede Ecke und überlegt, ob sich alle mit dem Zustand wohlfühlen.
Tipp: Sei auch nach deinem Einzug immer ehrlich und sage lieber einmal mehr, was dich stört, als jede Woche (heimlichen) Groll zu entwickeln.
Für ein gemeinsam genutztes Bad am Ende des WG-Flurs lohnen sich individuelle Ablagen für alle WG-Mitglieder genauso wie gemeinschaftlich organisierte Güter. Klopapier, Handseife und Gästehandtücher werden im Idealfall rechtzeitig nachgefüllt.
Mit wenigen Basics bist du im Bad auch auf kleinstem Raum gut ausgestattet:
Badezimmer-Checkliste:
- Hand- und Duschtücher (2 große, 1 kleines)
- Duschvorhang (wenn nicht schon vorhanden)
- Toilettenpapier-Vorrat
- Zahnputzbecher, Duschkorb
- Deine Hygiene- und Pflegeprodukte
- Abflusssieb
- Duschabzieher und Badreiniger
- Badvorleger
WG-Zimmer einrichten: Ideen für den wichtigsten Raum der Wohnung
Dein WG-Zimmer einzurichten, heißt vermutlich auch: wenig Platz und kleines Budget optimal ausnutzen. Wenn du kein möbliertes Zimmer beziehst, kommen hier die meisten Kosten auf dich zu. Setze zum Beispiel günstige und aktuelle Einrichtungstrends 2025 um. Überlege wie du auf kleinster Fläche mit Schrank, Bett, Schreibtisch und Kommode den meisten Stauraum in deinem Zimmer gestalten kannst. Körbe und Wandregale können dir dabei helfen, dein Hab und Gut unterzubringen. Sie sorgen außerdem für Gemütlichkeit.
Die Essentials für dein Zimmer:
- Bett (evtl. mit Stauraum), Matratze, Bettzeug und -bezüge
- Schreibtisch, Stuhl
- Kleiderschrank, -stange oder Kommode
- Regal oder Kisten für Ordnung
- Gardine oder Plissee
- Licht: Deckenlampe plus Schreibtischlampe
Ein Teppich, Pflanzen, Wandfarbe oder Poster machen dein Zimmer zudem wohnlicher. Und wenn du den Luxus eines Balkons hast: Bring frische Pflanzen und Kräuter mit – vielleicht ja von den Eltern oder aus Omas Garten. Selbst einen Nordbalkon machst du mit Balkonpflanzen für Schatten zur grünen Oase.
Nach dem Umzug: Kosten überblicken und sparen
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Bereich |
Aufgabe |
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Einmalige Startkosten |
Kaution bezahlen |
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Möbel und Erstausstattung kaufen |
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Monatliche Fixkosten |
Miete überweisen |
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Stromkosten einplanen |
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Internetgebühren zahlen |
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Hausratversicherung abschließen und monatlich zahlen |
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Gemeinschaftliche WG-Kosten |
Gemeinsames WG-Konto eröffnen |
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Monatlich festen Betrag (inkl. Puffer) auf WG-Konto überweisen |
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Puffer für Nachzahlungen oder Reparaturen (z. B. Waschmaschine) einplanen |
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Alltags- & Kleinausgaben |
Liste gemeinsamer Einkäufe führen (z. B. Gardinen, Klopapier, Müllbeutel) |
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Gemeinsames Google-Doc oder geteilte Tabelle einrichten |
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Ausgaben regelmäßig eintragen |
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Einkaufsliste aktuell halten |
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Digitale Hilfsmittel |
App wie „Money Manager“ installieren und nutzen |
Gut geplant in der neuen Wohnung starten
Du musst nicht zwingend Putzmittel selbst machen, um dein Konto zu schonen: Kümmere dich aber um einen Stromanbieterwechsel, sobald dies wieder möglich ist. Hier lässt sich über Vergleichsportale wie check24.de in 5 Minuten eine Menge Geld sparen. Das gilt auch für den Telefonanschluss der WG oder die Hausratversicherung.
Du siehst: Die erste eigene Wohnung bringt Vorfreude sowie Aufgaben mit sich. Mit der richtigen Planung wird sie vor allem zum Startpunkt für deinen neuen Lebensabschnitt. Hier wirst du viele neue Erinnerungen sammeln. Mit dem richtigen Überblick geht es nach dem Einzug erst richtig los in deiner ersten eigenen Wohnung.
FAQ: alles rund um deine erste eigene Wohnung
Was muss ich bei meiner ersten eigenen Wohnung beachten?
Plane ausreichend Zeit und Budget für den Umzug ein. Prüfe vorab, welche Möbel, Geräte und Haushaltsgegenstände du wirklich benötigst. Vergiss nicht, alle laufenden Kosten wie Miete, Nebenkosten, Strom, Internet und Versicherungen einzuplanen. In einer WG lohnt es sich, klare Absprachen zu treffen und ein gemeinsames System für Ausgaben und Haushaltsaufgaben zu etablieren.
Was kostet die erste eigene Wohnung?
Die Kosten werden stark von Stadt, Lage und Größe beeinflusst. Neben der Miete fallen Nebenkosten (Heizung, Wasser, Müllabfuhr), Strom, Internet und ggf. Versicherungen an. Einmalige Ausgaben wie Kaution (meist 2–3 Monatsmieten) und Möbel können mehrere tausend Euro betragen. Monatlich solltest du grob mit 70–80 % deiner regelmäßigen Einnahmen als Obergrenze für Wohnen und Lebenshaltungskosten rechnen.
In welchem Alter sollte ich in meine erste eigene Wohnung ziehen?
Das hängt von deiner Lebenssituation ab. Viele ziehen zwischen 18 und 25 Jahren aus – oft mit Beginn einer Ausbildung, eines Studiums oder aus beruflichen Gründen. Wichtiger als das Alter sind finanzielle Stabilität, Selbstorganisation und die Bereitschaft, Verantwortung für Haushalt und Verträge zu übernehmen.
Was brauche ich für die erste eigene Wohnung?
Die Grundausstattung umfasst Möbel (Bett, Schrank, Tisch, Stühle), Küchenutensilien (Töpfe, Pfannen, Geschirr, Besteck), Putz- und Reinigungsmittel, sowie Badartikel (Handtücher, Hygieneprodukte). Denke auch an praktische Dinge wie Verlängerungskabel, Werkzeug und eine Basis an Lebensmitteln und Gewürzen. In einer WG lohnt es sich, vor dem Kauf zu klären, was bereits vorhanden ist.