Frau im Feld mit Blumenstrauß
Einrichtungsstile

Cottagecore-Einrichtungsstil: wohnen wie im Landhaus

Portrait: Helene Kilb

Helene Kilb

Natürliche Materialien, florale Muster und traditionelles Handwerk bringen den Zauber der britischen Cottagecore-Einrichtung ins Zuhause. Damit zelebriert der Lifestyle-Trend den Wert der einfachen Dinge – und dient so als Gegenentwurf zum digitalisierten und oft hektischen Alltag vieler Menschen. Wir zeigen, wie du eine Umgebung im romantischen Landhausstil oder im mystischen „Dark Cottagecore“-Stil schaffst.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der klassische Cottagecore-Einrichtungsstil steht für Landromantik und die Wiederentdeckung einfacher und ehrlicher Dinge.
  • Die Ästhetik geht auf die kleinen Häuser zurück, die auf den Britischen Inseln im meist ländlichen Raum stehen.
  • Zarte Farben, Holzmöbel und Handgemachtes sorgen für die typische Cottage-Atmosphäre.
  • Daneben gewinnt die moody Variante „Dark Cottagecore“ an Bedeutung: Zentral sind dunkle Grün-, Braun- und Holztöne.
  • Schon Kleinigkeiten bringen eine spürbare Veränderung, zum Beispiel ein selbst gepflückter Wiesenblumenstrauß oder ausgewählte Textilien.

Der Cottagecore-Stil: mehr Lebensgefühl als starres Einrichtungskonzept

Übersetzt bedeutet „Cottagecore“ etwa so viel wie „Landhaus extrem“. Bekannt geworden ist die Ästhetik vor allem durch soziale Medien. Dahinter steckt jedoch mehr als ein beliebiger Instagram- oder TikTok-Trend – nämlich die Sehnsucht nach einem nostalgisch-natürlichen Leben, wie es etwa Astrid Lindgren in ihrem Buch „Wir Kinder aus Bullerbü“ festgehalten hat. Und zwar mit allem, was dazugehört:

  • viel Zeit in der freien Natur
  • Kontakt zu Tieren
  • luftige Kleider
  • Gemüse aus dem eigenen Garten
  • der Duft von selbstgebackenem Brot

Entsprechend spielen bei der Cottagecore-Ästhetik neben der Einrichtung auch Kleidung und traditionelle Freizeitbeschäftigungen wie backen, stricken oder töpfern eine große Rolle.

Landhausküche mit dunklen Holzmöbeln

Naturholz, Blumenmuster und Vintage-Funde

Die Cottagecore-Einrichtung lebt von einer ruhigen und warmen Atmosphäre. Große Sprossenfenster, viel natürliches Licht und bequeme Sitzmöbel laden dazu ein, es sich gemütlich zu machen – am besten mit Blick auf einen Garten voller Wiesenblumen. Beliebt sind nicht zu dunkle Naturholzmöbel, gerne aus zweiter Hand, genau wie florale Motive: etwa in Form von Blumentapeten, Zierkissen oder Bettwäsche. Vintage-Objekte zeugen von einem gewissen Hang zur Nostalgie, egal ob sie vom Flohmarkt stammen oder noch vom Dachboden der eigenen Großeltern. Auch allerlei Textilien sind willkommen, beispielsweise Spitzenvorhänge, robustes Leinen oder ein Rüschenüberwurf fürs Sofa.

Worauf kommt es beim Landhaus-Look der Cottagecore-Einrichtung an?

Landhausflur mit dunkler floraler Tapete

Um eine entspannte Atmosphäre zu schaffen, ist es wichtig, Räume nicht zu überfrachten. Denn zu viele gemusterte Flächen, unterschiedliche Holztöne und ein unklares Farbkonzept lassen Räume schnell unruhig wirken. Das gilt insbesondere für kleine Wohnungen und Zimmer – schließlich ist der Cottagecore-Stil nicht nur Landmenschen vorbehalten, sondern auch unter städtisch Lebenden beliebt. Wer gerne hell wohnt, wählt einen sanften Naturton als Basisfarbe, beispielsweise:

  • ein frisches Salbeigrün
  • ein helles Beige
  • Ein warmes Weiß

Großflächige Blumenmuster werden zum Hingucker, wenn du sie sparsam dosierst. Das funktioniert etwa, indem du einen floralen Sofabezug wählst oder eine einzelne Wand mit einem Rankenmotiv tapezierst. Dazu passen Holzmöbel, verspielte Wohnaccessoires und selbst gefertigte Unikate, so wie gehäkelte Deckchen, bestickte Servietten und Teppiche aus Jute oder robuster Wolle.

Dark Cottagecore für mystisches Wohnen

Neben dem klassischen, eher hellen Landhauslook wird – passend zu den diesjährigen Trendfarben – der Moody-Cottagecore-Stil zunehmend gefragter. Dabei bilden erdige oder moosige Farbtöne sowie dunkle Holzmöbel die Basis für das Wohnkonzept. Ergänzt werden sie durch Vintage-Funde, Zimmerpflanzen, Textilien und ausgewählte Deko-Objekte. Damit erinnert der Stil zumindest teilweise an den von Film und Literatur inspirierten „Dark Academia“-Stil. Doch egal, ob dein Herz für den hellen Cottagecore-Stil oder die moody Variante schlägt: Plane ausreichend Freiflächen ein, damit die einzelnen Elemente Platz haben, um zur Geltung zu kommen.

Herzstück des Hauses: eine Küche im Cottagecore-Stil

Landhausküche mit hängenden Kräutern

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Küche zu. Denn sie ist der Raum, in dem Familienmitglieder regelmäßig zusammenkommen, hier wird Marmelade gekocht, gebacken und gebastelt wird. Nicht umsonst feiert die Landhaus-Küche seit einiger Zeit ein Revival – mit Natursteinarbeitsplatte, Keramikspülbecken, charmanten Fliesen und Retro-Armaturen. Typisch für eine Cottagecore-Küche sind zudem offene Regale und Wandpaneele oder eine Hakenleiste, an der Kupferpfannen hängen.

Verträumte Atmosphäre für dein Zuhause: So funktioniert die Cottagecore-Einrichtung

Keine Sorge: Wenn du selbst gerne im Cottagecore-Einrichtungsstil wohnen möchtest, ist kein komplettes Umstyling nötig – zumal das in der Regel schon aus finanziellen und nachhaltigen Gründen wenig Sinn ergibt. Stattdessen vermitteln schon Kleinigkeiten einen Hauch von ländlicher Idylle:

  • hübsche Keramiktöpfe mit frischen Kräutern
  • eine eigens getöpferte Vase
  • ein paar neue Geschirrhandtücher

Fürs Wohnzimmer eignen sich Kissenhüllen oder gerahmte Botanik-Prints als Hingucker. Und im Schlafzimmer kannst du gut mit einem entsprechenden Bettbezug oder einer Kaminkonsole den typischen Cottage-Charme kreieren. So schaffst du dir eine angenehme Umgebung, in der du den Alltag einmal außen vor lassen und einem traditionellen Hobby nachkommen kannst.

Wenn du nach weiteren Ideen für deine Cottagecore-inspirierte Einrichtung suchst, schau dich zum Beispiel bei den aktuellen Einrichtungstrends um. Oder entdecke, wie du dein erstes eigenes Sauerteigbrot selbst bäckst – perfekt zum bewussten Abschalten und Genießen.

FAQ: Cottagecore-Einrichtung

Woher kommt der Cottagecore-Trend?

Der Cottagecore-Stil ist vor allem durch soziale Medien wie Instagram und TikTok bekannt geworden, hat seinen Ursprung aber in den kleinen, ländlichen Häusern der Britischen Inseln. Dahinter steckt weit mehr als ein flüchtiger Online-Trend: Es geht um die Sehnsucht nach einem nostalgisch-natürlichen Leben, wie es etwa Astrid Lindgren in „Wir Kinder aus Bullerbü" beschrieben hat – mit viel Zeit in der Natur, Tierkontakt und selbstgebackenem Brot.

Welche Farben sind typisch für den Cottagecore-Einrichtungsstil?

Beim klassischen, hellen Cottagecore-Look dominieren sanfte Naturtöne wie ein frisches Salbeigrün, helles Beige oder warmes Weiß – sie schaffen eine ruhige, freundliche Atmosphäre. Wer es lieber moody mag, greift zur Dark-Cottagecore-Variante mit erdigen und moosigen Farbtönen. Wichtig ist in beiden Fällen ein klares Farbkonzept, damit der Raum trotz vieler Muster und Materialien nicht unruhig wirkt.

Welche Materialien gehören zum Cottagecore-Stil?

Naturmaterialien stehen beim Cottagecore-Stil klar im Vordergrund. Dazu zählen helle bis dunkle Holzmöbel, Naturstein etwa für Küchenarbeitsplatten sowie Keramik, beispielsweise für Spülbecken oder Geschirr. Auch Textilien spielen eine große Rolle: Spitzenvorhänge, robustes Leinen, gehäkelte Deckchen oder Teppiche aus Jute und Wolle sorgen für die typische, handgemachte Cottage-Atmosphäre und unterstreichen den nostalgischen Charakter der Einrichtung.

Welche Möbel passen zum Cottagecore-Look?

Holzmöbel eignen sich besonders gut für eine Cottagecore-Einrichtung – besonders, wenn sie nicht zu dunkel gehalten sind. Gerne darf es hierbei auch aus zweiter Hand vom Flohmarkt oder aus dem Fundus der eigenen Großeltern kommen. Bequeme Sitzmöbel laden zum Verweilen ein, besonders schön in Kombination mit großen Sprossenfenstern und viel natürlichem Licht. Vintage-Objekte verleihen dem Raum zusätzlich einen Hauch Nostalgie und passen sich harmonisch in das ländliche Gesamtbild ein.

Wie kann ich meine Wohnung in kleinen Schritten auf Cottagecore umstellen, ohne alles neu einzurichten?

Ein komplettes Umstyling ist gar nicht nötig – schon Kleinigkeiten reichen aus, um ländliche Idylle einziehen zu lassen. Hübsche Keramiktöpfe, frische Blumen und Kräuter, eine selbst getöpferte Vase oder neue Geschirrhandtücher setzen erste Akzente in der Küche. Im Wohnzimmer sorgen bereits ein paar gut gewählte florale Kissenhüllen oder gerahmte Botanik-Prints für den gewünschten Effekt, während im Schlafzimmer ein passender Bettbezug oder eine Kaminkonsole den Cottage-Charme unterstreichen.

Welche Rolle spielen Pflanzen und Blumen bei der Cottagecore-Einrichtung?

Blumen und Pflanzen gehören fest zum Cottagecore-Lebensgefühl dazu, sei es als florales Muster auf Tapeten, Kissen oder Bettwäsche oder ganz real als Wiesenblumenstrauß aus dem eigenen Garten. Auch Zimmerpflanzen tragen zur naturverbundenen Atmosphäre bei, besonders in der Dark-Cottagecore-Variante. Wichtig ist dabei, florale Elemente sparsam einzusetzen, damit der Raum harmonisch und nicht überladen wirkt.

Helene Kilb

Als freiberufliche Redakteurin und Texterin schreibt Helene Kilb am liebsten über alles, was sie selbst begeistert. Das sind einerseits neue Interiortrends und Deko-Ideen, aber andererseits auch Themenbereiche wie Nachhaltigkeit, Familie und die sozialen Medien.

Portrait: Helene Kilb
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