Cindy Valdez in ihrem Studio vor dem Regal mit ihren Werksstücken.al mit ihren
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3D-gedruckte Keramik: Migration of Matter in Berlin

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3D-gedruckte Keramik, die von peruanischen Kartoffeln inspiriert ist und in Berliner Restaurants serviert wird – das klingt ungewöhnlich. Ist es auch. Migration of Matter verbindet Biodiversität mit modernster Technologie und schafft Geschirr, das nicht nur schön aussieht, sondern auch eine Geschichte erzählt. Gegründet wurde das Studio von Cindy Valdez, einer peruanischen Designerin, die ihre Wurzeln und ihre Leidenschaft für nachhaltige Gestaltung in jedem Stück verarbeitet.

Design, das Kulturen verbindet: Migration of Matter zwischen Peru und Berlin

In einem Berliner Hinterhof nahe des Görlitzer Parks entsteht Keramik, die anders ist. Es ist ein Töpfern ohne Drehscheibe, dafür mit dem 3D-Drucker. Migration of Matter heißt das Studio, in dem Technologie und Handwerk aufeinandertreffen. Hier werden Tassen, Teller und Vasen gefertigt, die von der Biodiversität der Anden inspiriert sind und dennoch fest in der Gegenwart verankert bleiben. Das lichtdurchflutete Studio liegt in einem kreativen Werkstattviertel.

Die Designerin Cindy Valdez gründete Migration of Matter mit einer klaren Vision: Design, das eine Geschichte erzählt. Design, das Kulturen verbindet. Design, das zeigt, wie Materie und Ideen wandern können. „Ich hatte immer diese Frage von Migration in meinem Leben, in meinem Kopf und wollte immer mit Design und Migration was machen“, sagt sie.

Cindy ist klein und energiegeladen, trägt eine pinke Jeanshose und einen gelben, grob gestrickten Cardigan. Beim Arbeiten bindet sie sich eine knallorangene Schürze um, gestikuliert lebhaft mit den Händen, wenn sie von ihren Projekten erzählt.

Von den Anden nach Berlin: Die Kartoffel als Inspiration

Cindys Geschichte beginnt in den Bergen von Peru. „Für meine Masterarbeit habe ich eine Recherche in den Bergen von Peru gemacht, 3.000 bis 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Da habe ich zwei, drei Monate gelebt und habe viel recherchiert über die Biodiversität der Kartoffel“, erklärt sie. Als Produktdesign-Studentin war das Thema Migration schon immer präsent. Auch als ausländische Produktdesign-Studentin in Berlin zu sein, war ein Privileg, wie sie findet.

In Peru gebe es super viele unterschiedliche Formen von Kartoffeln und Farben, die auch durch die Geschichte nach Europa migriert seien, erzählt Cindy. Diese Vielfalt faszinierte sie. Die Kartoffel hat ihre eigene Migrationsgeschichte: „Spanien hat viele Länder in Südamerika kolonisiert und durch die Kolonisation haben sie über die Jahre viele Pflanzen, Menschen und Tiere mitgebracht. Genau durch die Kolonisation von Spanien wurden die Kartoffeln nach Deutschland gebracht und wachsen auch hier im deutschen Boden.“

„Ich wollte eine Kombination machen von Technologie, Design und Biodiversität“, erklärt Cindy ihre Vision. Durch digitale Werkzeuge und 3D-Druck konnte sie die organischen Formen der Kartoffeln in Keramik übersetzen. Der Name Migration of Matter trägt diese Idee in sich: Materie, die wandert. Formen, die sich verändern. Kulturen, die sich begegnen.

Wie trifft beim 3D-Druck-Prozess moderne Technik auf Handwerk?

Im hinteren Bereich des Studios thront die große 3D-Druckmaschine. Das ist ihr Keramikdrucker, den sie mit einem guten Freund zusammengebaut hat. In einer Ecke steht das Trocknungskabinett. Hier trocknen die Keramikteile, wenn sie fertig sind. „Dann werden die Teile in unserem Keramikofen geschrüht. Hier haben wir zwei Keramik-Öfen. Dann schrühen wir die Keramik, dann glasieren wir sie mit unterschiedlichen Glasurfarben oder transparent und dann brennen wir sie wieder“, erklärt Cindy.

Diese Kombination aus modernster Technologie und traditionellem Handwerk macht Migration of Matter besonders. Das Ergebnis sind Stücke, die nicht nur schön aussehen, sondern sich auch wunderbar anfühlen.

3D-gedruckte Keramik für Restaurants: Formen, Haptik und Nutzung

Die Oberfläche der 3D-gedruckten Keramik ist nicht glatt, sondern leicht geriffelt. Dadurch liegt jede Tasse, jeder Teller besonders gut in der Hand. Das griffige Gefühl macht den Unterschied – Kaffee aus solch einer Tasse zu trinken wird zum kleinen Ritual.

Sie machen besonders Teile für Restaurants, Kaffeetassen und Vasen, zählt Cindy auf. Bei den kommerziellen Stücken löst sie sich von den ursprünglichen Kartoffelformen. Es sind klare, elegante Teller – doch durch die 3D-Druckstruktur bleiben sie besonders. Die feine Riffelung gibt jedem Stück Charakter.

Besonders beeindruckend sind die speziellen Formen:

  • eine Suppenschale in Form einer Tanne (weil auch das eine Kartoffelsorte ist), aus der direkt getrunken statt gelöffelt wird.
  • eine Tasse in Glockenblumen-Form, die zusammen mit ihrer Untertasse wie eine zarte Blüte aussieht.

Cindy neigt ihren Kopf leicht zur Seite, während sie die Stücke zeigt – man spürt ihre Begeisterung für jedes einzelne Detail.

Kreatives Keramikstudio in Berlin: Community und Zusammenarbeit

Das Studio ist mehr als nur Cindys Arbeitsplatz. Cindy teilt ihn sich mit zwei Freundinnen, Catalina und Naja. Catalina ist Nailartist und Naja stellt Silberschmuck her.

Im vorderen Bereich des Studios laden große Arbeitstische ein, weiter hinten stehen die Arbeitsplätze der beiden anderen Designerinnen. Das Studio wurde vor einem Monat bezogen – Cindy und ihr Team haben alles selbst gestrichen und renoviert. Ein kreativer Austausch zwischen drei verschiedenen Welten – Keramik, Nail-Art und Silberschmuck. Die Stimmung im Studio ist herzlich, fast familiär.

Cindy kennt jedes ihrer Stücke, kann zu jedem eine Geschichte erzählen. Sie arbeitet für verschiedene Restaurants, entwickelt individuelle Designs, die zur Küche und zum Konzept passen. Diese Begeisterung für jedes einzelne Stück, diese Hingabe zum Detail – das macht Migration of Matter aus.

Wenn du nun Lust bekommen hast, selbst kreativ zu werden, findest du in unseren Alltags-Hacks viele weitere DIY-Ideen für Zuhause.

Migration of Matter: Eine Geschichte von Resilienz

Cindys Weg war kein leichter: „Ich glaube, die Geschichte von Migration of Matter ist eine Geschichte von Resilienz. Ich habe dieses Studio gebaut, einfach mit der Lust und den Träumen, die ich hatte. Ohne Geld von meinen Eltern und mit zwei, drei Jobs gleichzeitig.“

Migration of Matter ist ein Ort, an dem Kulturen, Materialien und Ideen wandern und zu etwas Neuem werden. Hier entstehen Dinge, die besonders sind – weil sie eine Geschichte erzählen. Von den Anden bis nach Berlin, von der Kartoffel bis zur Keramik, von der Tradition bis zur Innovation. Cindys Botschaft ist klar: „Egal wie groß oder verrückt dein Traum ist, wenn du etwas wirklich magst und willst, dann kannst du es schaffen.“

FAQ zu Migration of Matter

Was ist Migration of Matter?

Migration of Matter ist ein Keramikstudio in Berlin, das 3D-gedruckte Keramik herstellt, inspiriert von peruanischen Kartoffeln und ihrer Biodiversität. Gründerin ist die peruanische Designerin Cindy Valdez, die ihre Wurzeln, ihre Migrationserfahrung und nachhaltiges Design in jedes Stück einfließen lässt. Das Studio produziert Geschirr und Objekte, die nicht nur funktional sind, sondern auch eine Geschichte von Kultur, Materie und Bewegung erzählen.

Wie funktioniert der Keramik-3D-Druck bei Migration of Matter?

Beim Keramik 3D Druck von Migration of Matter wird Ton nicht gedreht, sondern Schicht für Schicht von einer großen 3D-Druckmaschine aufgebaut. Die Teile trocknen im Trocknungskabinett, werden im Keramikofen geschrüht, anschließend mit Glasur – farbig oder transparent – versehen und erneut gebrannt. So entsteht 3D-gedruckte Keramik, die moderne Technologie mit traditionellem Handwerk verbindet und eine besondere, geriffelte Haptik erhält.

Welche Produkte entstehen im Keramik-3D-Druck für Restaurants?

Migration of Matter fertigt vor allem Tassen, Teller, Suppenschalen und Vasen, die häufig für Restaurants und Cafés in Berlin entwickelt werden. Die 3D-gedruckte Keramik ist klar und elegant gestaltet, bleibt durch die spezielle Druckstruktur aber individuell und besonders. Neben klassischen Formen entstehen auch außergewöhnliche Stücke wie eine Suppenschale in Tannenform oder eine Tasse in Glockenblumen-Form, die jede Tischszene einzigartig machen.

Warum spielt die Kartoffel bei Migration of Matter eine so große Rolle?

Die Kartoffel ist für Migration of Matter zentrale Inspirationsquelle, weil ihre Formen- und Farbenvielfalt die Biodiversität der Anden widerspiegelt. Cindy Valdez hat in den Bergen Perus zur Biodiversität der Kartoffel geforscht und ihre Migrationsgeschichte nach Europa untersucht. Diese Geschichte über Kolonisation, Pflanzen und Menschen übersetzt sie in 3D-gedruckte Keramikformen, die zeigen, wie Materie, Kulturen und Ideen von Peru bis nach Berlin wandern können.

Wie fühlt sich 3D-gedruckte Keramik von Migration of Matter an?

Die 3D-gedruckte Keramik von Migration of Matter ist nicht glatt, sondern leicht geriffelt und liegt dadurch besonders gut in der Hand. Dieses griffige Gefühl macht Alltagsmomente wie Kaffee trinken zu einem kleinen Ritual. Die Kombination aus Struktur, Form und Glasur sorgt dafür, dass jede Tasse und jeder Teller haptisch spannend bleibt und man die Verbindung von Keramik 3D Druck und Handwerk buchstäblich spüren kann.

Wo in Berlin arbeitet Migration of Matter mit Keramik 3D Druck?

Migration of Matter arbeitet in einem Berliner Hinterhof nahe des Görlitzer Parks, in einem lichtdurchfluteten Studio in einem kreativen Werkstattviertel. Dort steht die große 3D-Druckmaschine neben Trocknungskabinett, Keramiköfen und Arbeitstischen. Der Ort ist nicht nur Produktionsstätte für 3D-gedruckte Keramik, sondern auch ein Studio, in dem Design, Migration und Materialität zusammenkommen und im Berliner Kontext sichtbar werden.

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