Auf einer alten Holzkiste liegen zwei Kürbisse, Gartengeräte und Tontöpfe.
Gartenideen

Dein Garten im Herbst und wie du ihn richtig pflegst

Portrait: Carolin Föste

Carolin Föste

Tschüss Sommer, hallo Herbstfarben, Herbstmärkte – und natürlich auch Herbstgarten! Jetzt beginnt die nächste schöne Zeit im Jahr. Und dein Garten überzeugt auch im Herbst mit geschmacklichen und visuellen Highlights. Es wird windiger, Regenschauer und Herbstlaub ziehen ein und bringen jede Menge Garten-To-dos mit sich. Also: Handschuhe an und ran an die bunte Pracht hinterm Haus.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Herbst ist keine Pause, sondern Vorbereitung. Was jetzt passiert, entscheidet darüber, wie der Garten im Frühjahr startet.
  • Es wird noch geerntet – und zwar reichlich. Vom Spätsommergemüse bis zum Wintergemüse, das nach dem ersten Frost sogar besser schmeckt.
  • Weniger aufräumen ist mehr. Laub und „Unordnung“ schützen Boden und Tiere, statt dass man sie beseitigen müsste.
  • Schützen statt schneiden ist das Leitmotiv. Böden abdecken, Kübel einpacken, Geräte und Möbel wintersicher machen – Rückschnitt nur zur richtigen Zeit.
  • Der Herbstgarten ist auch Genuss. Farben, Blüten, Basteln, Herbstfeste – die Jahreszeit hat einen eigenen Reiz, nicht nur eine To-do-Liste.

Gartenpflege im Herbst muss nicht langweilig sein

Ein paar Mal noch harken, dann lässt du die Gartengeräte fallen und schaust erst im Frühjahr wieder raus? Besser nicht! Denn mit der Gartenarbeit im Herbst triffst du wichtige Vorbereitungen für das nächste Gartenjahr. Jetzt heißt es, Herbstfarben genießen, sich auf Wintergemüse freuen, Böden und Pflanzen schützen und alles für den Winter vorbereiten. So pflegst du deinen Herbstgarten richtig und sorgst dafür, dass er im Frühjahr wieder strahlt.

Warum lohnt sich die Gartenarbeit auch im Herbst?

Kaum hat der Garten den Sommer und die damit verbundene Trockenheit überstanden, ist sie schnell vergessen – die Gartenarbeit. Dabei gibt es im Herbst sehr viel mehr im Freien auf dem eigenen Grundstück zu tun, als bloß das bunte Herbstlaub zu beseitigen. Aus diesem Grund haben wir einige Gartentipps für dich.

Jetzt gilt es, deinen Garten auf kalte Nächte und Niederschläge vorzubereiten. Das ein oder andere will außerdem geerntet werden. Schließe beispielsweise frühzeitig Lücken im Beet und achte auf den richtigen Wasserhaushalt deines Gartens. Widerstehe außerdem dem Impuls, alles blitzblank aufzuräumen. Herbstwinde und -niederschläge bringen Unordnung in deinen Garten, diese solltest du für dich nutzen, statt dich über sie zu ärgern.

Jemand schneidet mit einer Gartenschere verblühte Rosen ab.

Gartenarbeit im September: Ernten und Pflanzen

Die Pflege deines Gartens im Herbst beginnt bereits im September und in diesem kann es noch einmal richtig warm werden. Aus diesem Grund lohnt es sich, wenn du jetzt noch einmal deine Gehölze bewässerst. Achte jedoch bei Stauden und Gräsern darauf, es mit dem Gießen nicht zu übertreiben. Sie können im Herbst und Winter zu Fäulnis und Schimmelbildung tendieren. Vorsicht ist außerdem beim Rückschnitt geboten – hier darfst du nicht zu früh starten.

Außerdem hast du auch folgende Optionen:

  • Ernten: Nutze den frühen Herbst im Garten und schöpfe bei der Ernte noch einmal aus dem Vollen. Äpfel, Kürbisse und Grünkohl reifen nun nach und nach. Wirsing, Bohnen, Karotten, Pastinaken und Rote Bete oder auch Quitten und Walnüsse kannst du dagegen direkt ernten. Je nach Witterung braucht manches einfach Zeit bis in den Spätherbst oder sogar Winter. Die gute Nachricht für dich: nach dem ersten Frost schmeckt das ein oder andere Wintergemüse besonders gut. Bleib also geduldig, bis die Ernte reif ist.
  • Basteln: Du kannst in deinem Garten im Herbst noch mehr tun, als nur Gemüse zu ernten. Zum Beispiel blühen jetzt Astern, Dahlien und Herbst-Anemonen, Storchschnabel und Herbst-Chrysanthemen. Aus herbstlichen Blüten lassen sich üppige Herbstkränze basteln – für die Tischdekoration, den Kopf oder die Haustür. Am schönsten sind sie alle mit Blüten, Zweigen und Früchten aus dem eigenen Garten.
  • Säen: Da die Beete nach und nach leerer werden, kannst du in der Zwischenzeit neue Pflanzen oder Saat aussetzen. Kopf- und Feldsalat kannst du jetzt säen, genauso wie Radieschen. Mit jungen Steckrüben- und Blumenkohlsetzlingen oder auch Spinat-Pflänzchen schließt du die Lücken weiter.

Gartenarbeit im Oktober: Pflege intensivieren

Mit dem Oktober ziehen die wunderbaren Verfärbungen des Herbstes im Garten ein. Die Felsenbirne ist meist der Vorbote. Ihre Blätter glänzen in besonders kräftigen Rot- und Orange-Färbungen. Nach und nach verfärben sich weitere Sträucher und Bäume und das Laub beginnt zu fallen.

Dieses kannst du nutzen, um sichere Verstecke für Tiere zu bauen. Und auch dein Gartenboden profitiert, denn dieser wird durch das Laub besonders gepflegt. Decke dafür die Beete mit Laub und auch dem Rasenschnitt ab. Das bietet Schutz vor:

  • Verdichtung
  • Nährstoffverlust
  • Feuchtigkeitsverlust
  • ersten Frostschäden
  • Unkraut

Zuvor kannst du sie noch einmal auflockern. Das ist eine gute Vorbereitung für das nächste Jahr, denn damit durchlüftest du den Boden und bringst Nährstoffe in die Erde.

Im Oktober steht außerdem der Gehölz- und Baumschnitt an. Pflegeschnitte und auch stärkere Rückschnitte zur Verjüngung deiner Pflanzen bieten sich jetzt optimal an. Achte hierbei immer auf die gesetzlichen Vorgaben! Wichtig ist auch die richtige Technik beim Gehölzschnitt, genauso wie scharfes Werkzeug, um deinen Gehölzen nicht zu schaden.

Winter is coming: wie bereitest du deinen Garten im Herbst richtig vor?

Ein kleines Gewächshaus im Garten.

Hast du dein Herbstgemüse und das viele leckere Obst im Herbst genossen – ist es Zeit, den Garten für den Winter zu wappnen. Während die Herbstpflanzen langsam Platz für den Winter machen, empfehlen wir dir, folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Entleere die Regentonne, damit sie nicht durch Frost geschädigt wird.
  • Räume das Gewächshaus auf und schaffe Platz für das neue Gartenjahr. Entferne Pflanzenreste, damit nichts vergammelt, und säubere auch die Scheiben, bevor du hier alles unterbringst, was den Winter nicht schutzlos im Freien überstehen würde.
  • Auch die Kübel und Töpfe sollten mit Frostschutz aus Jute, Kokosmatten oder Vlies umwickelt und hochgestellt werden.
  • Checke, ob alle Hochbeete intakt sind und sicher stehen. Repariere wacklige Füße, damit bei Herbststürmen nichts umstürzt.
  • Säubere deine Gartenmöbel und verstaue alles, was nicht draußen überwintern soll, im Haus oder im Schuppen.
  • Wirf noch einen Blick auf die Gartengeräte. Trockne sie, damit sie nicht rosten. Prüfe, ob alles noch intakt und sicher benutzbar ist. Vielleicht kannst du die ein oder andere Schere schärfen, damit sie dich im nächsten Jahr wieder zuverlässig bei der Gartenarbeit unterstützt. Defekte Geräte solltest du ersetzen.

Ist das alles geschafft, kannst du dich wirklich zurücklehnen und den Blick auf alles genießen, was du in diesem Jahr in deinem Garten – auch im Herbst – umgesetzt und getan hast. Nun hast du Zeit, aufgeschobene Projekte anzugehen.

Vielleicht wolltest du beispielsweise schon lange einen Kompost anlegen – dann ist jetzt der richtige Moment, dieses Projekt mit dem übrigen Laub anzugehen.

Den Herbst im Garten genießen und sich auf den Winter freuen

Alles erledigt und nun bist du neugierig, was dein Garten im Winter für dich bereithält? Dann schau in unserem Artikel über Wintergemüse und Gartenarbeit im Winter vorbei und finde heraus, welche To-dos noch vor dem nächsten Gartenjahr auf dich warten.

Übrigens: Jetzt ist die beste Zeit, in der du das ein oder andere Herbstfest in Norddeutschland besuchen kannst. Dort versetzen dich die bunt-gedeckten Farben der Jahreszeit in gemütliche Stimmung und trösten über den Abschied des Sommers hinweg.

FAQ: Garten im Herbst

Welches Gemüse kann ich im Herbst noch säen oder pflanzen?

Wenn sich die Beete leeren, kannst du verschiedene Gemüsearten im Herbst neu aussäen oder pflanzen. Im frühen Herbst eignen sich beispielsweise Kopf- und Feldsalat sowie Radieschen für die Aussaat. Auch junge Steckrüben- und Blumenkohlsetzlinge oder Spinatpflanzen können freie Stellen im Beet füllen.

Welches Obst kann ich in meinem Garten im Herbst ernten?

Zum typischen Obst im Herbst gehören vor allem Äpfel und Quitten, die je nach Sorte und Witterung zu unterschiedlichen Zeitpunkten reif werden. Auch Walnüsse können im Herbst gesammelt werden, sobald sie reif vom Baum fallen. Kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig, damit du den passenden Erntezeitpunkt nicht verpasst.

Welche Herbstpflanzen sorgen für Farbe im Garten?

Zu den attraktiven Herbstpflanzen gehören Astern, Dahlien, Herbst-Anemonen, Storchschnabel und Herbst-Chrysanthemen. Sie sorgen auch nach dem Sommer noch für zahlreiche Farbakzente im Garten. Blüten, Zweige und Früchte aus dem eigenen Herbstgarten kannst du außerdem für saisonale Dekorationen wie Herbstkränze verwenden.

Wie funktioniert die richtige Pflege des Gartens im Herbst mit Laub?

Bei der Gartenpflege im Herbst solltest du heruntergefallenes Laub nicht grundsätzlich als Abfall betrachten. Auf Beeten kann eine Schicht aus Laub und Rasenschnitt den Boden vor Verdichtung, Nährstoff- und Feuchtigkeitsverlust sowie ersten Frostschäden schützen. Laubhaufen können darüber hinaus geschützte Rückzugsorte für Tiere im Garten schaffen.

Wie bereite ich meinen Garten im Herbst auf den Winter vor?

Um deinen Garten im Herbst winterfest zu machen, solltest du unter anderem die Regentonne entleeren und frostempfindliche Kübel und Töpfe schützen. Kontrolliere Hochbeete, räume das Gewächshaus auf und lagere empfindliche Gartenmöbel trocken ein. Auch Gartengeräte solltest du reinigen, trocknen, auf Schäden überprüfen und bei Bedarf schärfen.

Carolin Föste

Carolin Föste (Blätterwerke) ist freie Journalistin und Texterin aus Hannover. Als studierte Försterin ist sie entweder mit ihrem Hund im Wald unterwegs oder schreibt über eins von beidem. Auf vielseitige Themen rund um die Natur und die Nachhaltigkeit legt sie ihr Augenmerk.

Portrait: Carolin Föste
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