Offene Gläser mit selbstgemachtem Chutney oder Marmelade.
Rezepte

Obst und Gemüse einkochen: deine leckeren Optionen

Portrait: Christine Frischke

Christine Frischke

Keine Lust mehr auf den immer gleichen Brotaufstrich? Kein Problem, denn mit dem Einkochen von Obst und Gemüse und anderen Haltbarmach-Methoden kannst du viel mehr Vielfalt auf den Essenstisch bringen!

Komm mit in den Garten, sammle alles, was reif ist und noch über Wochen schmecken soll – und ran ans Eingemachte. Vom Aufstrich bis zum Chutney kannst du jetzt viele verschiedene Rezepte mit der Ernte aus dem eigenen Garten ausprobieren.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Klassisch: Wer die Gartenernte im Glas haltbar macht, beugt Lebensmittelverschwendung vor und spart später Zeit beim Kochen.
  • Süß: Obst lässt sich zu süßen Aufstrichen, Fruchtmus oder Kompott verarbeiten.
  • Würzig: Chutney und Relish sind würzige Beilagen, für die sich viele Obst- und Gemüsesorten eignen.
  • Sauer: Auch in Essig eingelegt halten sich viele Nahrungsmittel aus dem Garten lange. Saure Gurken oder Mixed Pickles sind besonders lecker.

Wieso solltest du Obst und Gemüse einkochen?

Wenn Bäume und Sträucher voller reifer Früchte hängen, das Gemüse in den Beeten gedeiht und die Stände auf dem Markt überquellen, dann ist die beste Zeit, um Vorräte anzulegen und gesunde Speisen haltbar zu machen. Genau diese beiden Ziele kannst du ganz einfach erreichen, wenn du Obst und Gemüse einkochst.

Die frischen Zutaten verderben so nicht einfach, sondern können optimal gelagert werden. So genießt du auch im Herbst und Winter mit unseren Gartentipps noch den Geschmack süßer Erdbeeren.

Und hast du keine Lust mehr auf die immer gleichen Klassiker wie Marmelade und Fruchtmus, lohnen sich auch neue Rezeptideen. Würzige Chutneys, stückige Relishes oder pikante Pickles sorgen für Abwechslung auf dem Tisch. Dank Essig und Gewürzen entstehen spannende Geschmackserlebnisse.

Warum ist die Haltbarkeit so wichtig?

Gläsern mit verschiedenen eingelegten Gemüsesorten.

Es scheint wie eine etwas vergessene Tradition, doch es lohnt sich, Obst und Gemüse einzukochen und es damit haltbar zu machen. Jedes Jahr landen in Deutschland 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll – reine Lebensmittelverschwendung.

Wer dann ein Gewächshaus selbst gebaut hat und aus diesem oder dem Garten große Erntemengen erzielt, steht vor einem ähnlichen Problem. Wohin mit den Lebensmitteln, damit sie nicht auf dem Kompost landen? Unsere Antwort? Ab ins Einmachglas!

Wie du deine Gartenernte haltbar machst und welche Optionen dir alle offen stehen, erfährst du bei uns. Von süßen Marmeladen und Kompott über würzige Chutneys, Relishes oder Mixed Pickles – probiere dich aus, lass es dir schmecken und sorge für mehr Haltbarkeit und Nachhaltigkeit.

Wie kannst du Obst zu Marmelade einkochen?

Nahaufnahme eines Löffels mit viel Erdbeermarmelade.

Der Klassiker schlechthin ist vermutlich die allseits beliebte Erdbeermarmelade, die du sicher schon einmal selbst ausprobiert hast. Grundsätzlich kannst du aber auch jedes andere Obst einkochen und dabei mit puren Varianten oder Obstmischungen experimentieren. Am einfachsten stellst du Marmelade aus Früchten mit Gelierzucker her. Letzterer sorgt dabei für Süße und Haltbarkeit.

Wie funktioniert das Einkochen von Obst nun in der Praxis? Im Prinzip ist der Prozess kinderleicht – egal, ob du Gelee oder Marmelade herstellen möchtest. Im Fall von Marmelade kommt auf ein Kilogramm Früchte ein Kilogramm Zucker – 1:1 ist die gängigste Mischung. Beides wird in einem Topf zusammen aufgekocht, verrührt und später in ein Glas eingefüllt.

Gelee wird im Gegensatz zur Marmelade nur aus dem Fruchtsaft hergestellt. Dazu werden die Früchte zunächst mit Wasser aufgekocht und der Saft mithilfe eines Siebs von Fruchtfleisch und Kernen getrennt. Anschließend wird die klare Flüssigkeit mit Zucker aufgekocht.

Willst du Obst einkochen und zu Marmelade oder Gelee verarbeiten, geht dies am besten mit folgenden Früchten:

  • Marmelade: Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt: Erdbeeren, Himbeeren und Zwetschgen, aber auch Kirschen, Aprikosen, Brombeeren oder Heidelbeeren eignen sich. Probiere auch spannende Kombinationen wie Erdbeer-Aprikose oder Brombeere-Feige.
  • Gelee: Nimm hier Obstsorten, die sich gut entsaften lassen. Dazu zählen Äpfel, Quitten, Johannisbeeren und Holunderbeeren.

Das Einkochen von Obst zu Fruchtmus und Kompott

Fruchtmus und Kompott sind die perfekten Beilagen für Desserts. Sie schmecken zu Waffeln, Eis, Milchreis, Grießbrei, mit Joghurt oder im Müsli. Der Unterschied zwischen Fruchtmus und Kompott liegt dabei lediglich in der Konsistenz. Während Fruchtmus fein püriert wird, sind im Kompott noch einzelne Fruchtstücke erkennbar.

Willst du dich selbst an beiden Optionen versuchen, ist dies ohne viel Arbeit möglich. Zunächst musst du Obst einkochen. Dafür nimmst du am besten entkerntes, klein geschnittenes Obst mit wenig Wasser und etwas Zucker. Je nach Rezept kannst du ebenfalls Zitronensaft oder Zimt hinzufügen. Rühre die Masse regelmäßig um, um sicherzustellen, dass nichts anbrennt und schon hast du in kurzer Zeit dein Fruchtmus!

Folgendes Obst kannst du prima zu Mus oder Kompott einkochen:

  • Fruchtmus: Du hast die freie Wahl – probiere Äpfel, Birnen, Quitten, Pflaumen und Aprikosen oder mixe verschiedene Obstsorten. Gut harmonierende Kombinationen sind beispielsweise Apfel-Mango, Pflaume-Birne oder Nektarine-Banane.
  • Kompott: Zwetschgen- oder Pflaumenkompott, mit Zimt verfeinert, schmeckt besonders in Herbst und Winter. Äpfel, Birnen, Beeren und Kirschen werden zu sommerlicherem Kompott.

Wie funktioniert das Einkochen von Gemüse zu Chutney und Relish?

Ein Hand hält eine Schale mit Relish.

Du möchtest Gemüse einkochen? Dann probiere es doch einmal mit einem Chutney oder Relish. Die Würzsaucen passen gut zu gegrilltem Fleisch oder Fisch, zu Käse, als Beilage zu Kartoffeln, zu salzigen Crackern oder auch auf Brot. Beide Varianten lassen sich aus Gemüse oder auch aus Früchten herstellen – ein bekanntes Beispiel ist Mango-Chutney.

Chutney und Relish sind eng verwandt und unterscheiden sich vor allem in der Textur, ähnlich wie Fruchtmus und Kompott. Ein Chutney ist meist feiner und cremiger, während im Relish noch festere Frucht- oder Gemüsestücke enthalten sind.

Für ein Chutney verwendest du auf ein Kilogramm Obst oder Gemüse ca. 200 g Zucker. Zunächst brätst du Schalotten und Knoblauchzehen in Öl an. Anschließend gibst du die kleingeschnittenen Früchte oder das Gemüse hinzu und kochst es mit Chilischoten, Wasser, Essig und dem Zucker auf. Die dickflüssige bis feste Sauce wird mit Currypulver und Salz abgeschmeckt.

Für Chutney oder Relish kannst du folgendes Obst oder Gemüse einkochen:

  • Chutney: Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis vom Erntedankfest oder Rote Bete sind geeignete Gemüsesorten für dein Chutney. Bei Obst greife neben Mango zu Apfel, Birne, verschiedenen Beeren oder Pflaume. Du kannst Obst und Gemüse zudem prima mixen, zum Beispiel Pflaume-Tomate oder Karotte-Apfel.
  • Relish: Gurke, Paprika, Tomate, Zucchini oder Zwiebel eignen sich besonders gut. Ein Obst-Relish gelingt mit Mango, Apfel, Ananas, Birne oder Nektarine.

Pickles – Pikantes in Essig

Als Mixed Pickles wird im englischen Sprachraum eine Mischung aus Gemüse bezeichnet, die in Essigsud eingelegt ist. Ein etwas anderes Haltbarmachen, ganz ohne zu kochen, aber nicht weniger lecker! Das süß-saure Ergebnis ist eine leckere Ergänzung für das Abendbrot. Es passt außerdem zu deftigen Gerichten wie Steaks, Burgern oder Bratkartoffeln. Vor dem Einlegen solltest du das Gemüse waschen, salzen oder für mehrere Stunden in Salzwasser legen. Das entzieht ihm Wasser.

Für ein Kilogramm Gemüse benötigst du 500 Milliliter Essig, zum Beispiel Kräuteressig, Rotweinessig oder Apfelessig. Diesen kochst du mit Wasser in einem Topf auf, dazu kommen Salz, Zucker und Gewürze wie Senfkörner, Ingwer und Lorbeerblätter. Schneide das Gemüse in Stücke und lass das Gemüse im Sud einkochen. Manche Gemüsesorten kannst du auch roh verwenden. Wenn du alles in Gläser füllst, achte darauf, dass das Gemüse komplett von der Flüssigkeit bedeckt ist.

Folgendes Gemüse und Obst aus deinem Selbstversorgergarten kannst du prima als Mixed Pickles einlegen:

  • Gemüse-Mixed-Pickles: Bohnen, Blumenkohl, Gurke, Kürbis, Möhre, Paprika, Rote Bete, Pastinake und Zwiebeln.
  • Mixed Pickles mit Obst: Birne, Pflaume, Apfel und Beeren.

Obst und Gemüse einkochen – schmackhaftes im Glas

Eine Reihe Gläser mit eingelegtem Gemüse in einem Regal.

Du siehst: Die Auswahl an Obst und Gemüse ist zwischen Frühling und Herbst reichlich und kann vielseitig haltbar gemacht werden. In Gläsern eingelegt oder eingekocht veredelst du sie zu Delikatessen. Sie sind eine schnelle Beilage zu Gerichten und eine tolle Ergänzung auf dem Frühstücks- und Abendbrottisch. Auf volle Gläserreihen im Vorratsschrank zu blicken, ist außerdem ein wunderbares Gefühl zuhause.

Über Wochen kannst du hier die Arbeit genießen, die du in den vergangenen Monaten in deinen Garten investiert hast. Und bei allem, was du ausprobierst, gilt: Ein Glas kannst du gleich essen, alles Weitere kommt in den Vorrat! Jetzt ist die richtige Zeit, um mit dem Einkochen von Obst und Gemüse zu beginnen!

FAQ: Obst und Gemüse einkochen

Was ist beim Einkochen von Obst der Unterschied zwischen Kompott und Fruchtmus?

Beim Einkochen von Obst kannst du sowohl Kompott als auch Fruchtmus zubereiten, wobei sich beide vor allem durch ihre Konsistenz unterscheiden. Für Kompott bleiben die Früchte ganz oder werden lediglich in Stücke geschnitten. Fruchtmus wird dagegen nach dem Garen fein püriert und erhält dadurch eine gleichmäßigere, cremige Konsistenz.

Welches Gemüse eignet sich zum Einkochen?

Wenn du Gemüse einkochen oder zu würzigen Vorräten verarbeiten möchtest, hast du eine große Auswahl. Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis, Rote Bete, Möhren und Zwiebeln lassen sich beispielsweise für Chutneys, Relishes oder eingelegtes Gemüse verwenden. Welche Sorten besonders geeignet sind, richtet sich dabei auch nach der gewünschten Zubereitungsart.

Was ist beim Einkochen von Gemüse der Unterschied zwischen Chutney und Relish?

Chutney und Relish können aus ähnlichen Obst- und Gemüsesorten bestehen, unterscheiden sich aber insbesondere in ihrer Konsistenz. Chutneys werden meist länger gegart und sind dadurch eher weich, dickflüssig oder cremig. Ein Relish bleibt dagegen gröber, sodass einzelne Gemüse- oder Fruchtstücke deutlich erkennbar sind.

Kann ich Obst und Gemüse zusammen einkochen?

Obst und Gemüse einkochen bedeutet nicht, dass du dich immer für eine der beiden Zutatenarten entscheiden musst. Süße Früchte und herzhaftes Gemüse können sich besonders in Chutneys oder Relishes gut ergänzen. Denkbar sind zum Beispiel Kombinationen aus Pflaume und Tomate oder aus Apfel und Karotte.

Warum lohnt es sich, Obst und Gemüse einzukochen?

Obst und Gemüse einzukochen hilft dabei, saisonale Ernten zu verarbeiten und Lebensmittel länger nutzbar zu machen. Gerade bei großen Mengen aus dem eigenen Garten lässt sich so vermeiden, dass reife Früchte oder Gemüse ungenutzt verderben. Gleichzeitig entstehen praktische Vorräte, die später als Brotaufstrich, Dessert, Beilage oder Würzsauce verwendet werden können.

Christine Frischke

Christine Frischke schreibt als Journalistin mit Schwerpunkt Reportage über (fast) alles, was sie neugierig macht, derzeit vor allem über die Themen Familie und Beruf. Aus ihrer Anfangszeit als Wohnredakteurin hat sie sich das Interesse für Design und clevere Einrichtungsideen bewahrt.

Portrait: Christine Frischke
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