Menschen essen am Tisch und geben sich Essen rüber
Feste feiern

Friendsgiving: So gelingt die Dinnerparty mit Freund:innen

Portrait: Christine Frischke

Christine Frischke

Der November ist der perfekte Monat, um ein entspanntes Dinner mit Freund:innen zu feiern. Friendsgiving – angelehnt an das amerikanische Thanksgiving – heißt der Trend, der sich seit ein paar Jahren auch in Deutschland verbreitet. Hier stehen das gemeinsame Essen und die miteinander verbrachte Zeit im Mittelpunkt. Und das Beste: Für einen gelungenen Friendsgiving-Abend braucht es weder einen XXL-Truthahn noch eine teure Deko. Wir verraten, wie du mit ein bisschen Planung ein tolles Fest für dich und deinen Freundeskreis schmeißt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Friendsgiving ist eine Wortschöpfung, die sich vom amerikanischen Thanksgiving-Fest ableitet. Statt mit der Familie wird mit Freund:innen in lockerer Atmosphäre diniert.
  • Gefeiert wird Friendsgiving meist an dem Wochenende vor oder nach dem offiziellen Thanksgiving, das immer auf den vierten Donnerstag im November fällt.
  • Um den Vorbereitungsstress zu reduzieren, steuert jeder Gast nach dem Potluck-Prinzip ein Gericht bei. So entsteht ein großes Buffet. Zu Friendsgiving passen saisonale Gerichte wie Kürbissuppe, Pilz-Wellington oder Zwetschen Crumble.
  • Naturmaterialien bieten sich für eine stimmungsvolle und preiswerte Deko an. Herbstlich wird es mit Zierkürbissen und Kastanien, weihnachtlich mit Tannengrün und Zapfen.
  • Unter dem Stichwort Friendsgiving liefert Spotify passende Playlists für deinen Abend. Gesellschaftsspiele als Backup bringen Schwung in stockende Gespräche.

Was steckt hinter dem Trendwort Friendsgiving?

In den USA ist Thanksgiving ein großes Event. Die ganze Familie versammelt sich traditionell um eine reich gedeckte Tafel mit riesigem Truthahn und Pumpkin Pie. Für viele ist das Fest sogar wichtiger als Weihnachten. Gefeiert wird der amerikanische Erntedank am vierten Donnerstag im November und gilt sogar als staatlicher Feiertag. Weil viele Menschen Thanksgiving inzwischen mit Freund:innen statt mit der Familie begehen, entstand daraus die Wortschöpfung Friendsgiving.

Manche ziehen auch eine Verbindung zur beliebten US-Serie „Friends“. In gleich mehreren Episoden feiern die sechs Freund:innen ein legendäres Thanksgiving. Allerdings taucht das Wort Friendsgiving in der Serie nie direkt auf.

Wie feierst du Friendsgiving?

Friendsgiving kannst du lockerer und informeller angehen als das traditionelle Thanksgiving. Es wird meist an dem Wochenende vor oder nach dem amerikanischen Festtag im November gefeiert. Ein Muss ist das aber natürlich nicht. Das Wichtigste ist, im netten Kreis einen schönen Abend mit gutem Essen und Gesprächen zu verbringen.

menschen stehen um ein potluck-dinner herum

Zur Unterhaltung kannst du Musik auflegen und ein paar Gesellschaftsspiele bereitlegen. Auf Instagram liefert der Hashtag #Friendsgiving mehr als zwei Millionen Beiträge – zur Inspiration, von der fein gedeckten Tafel mit bis zum fertigen Menüplan.

Planung ist alles – das Essen an Friendsgiving

Damit Friendsgiving nicht im Küchenstress für dich als Gastgeber:in ausartet, planst du das Menü am besten gemeinsam mit deinen Freund:innen. Beim Potluck steuert jeder Gast ein Gericht bei. Am besten stimmt ihr euch auf einer kleinen Liste ab, damit am Ende nicht fünf Desserts auf dem Tisch landen und ihr ohne Hauptgang dasteht. Auch Unverträglichkeiten oder bestimmte Präferenzen können hier im Vorfeld abgeklärt werden.

Alternativ verspricht auch eine gemeinsame Kochsession Spaß. Dann startet ihr einfach schon am Nachmittag gemeinsam mit den Vorbereitungen.

Hier kommen ein paar Ideen für das Menü passend zur Jahreszeit:

Vorspeise

  • Kürbissuppe
  • Maronensuppe
  • Feldsalat mit Birne und Ziegenkäse
  • Rote-Beete-Carpaccio

Hauptgang

  • Gebratenes Hähnchen
  • Gebackener Camembert
  • Pilz-Wellington
  • Lachs aus dem Ofen

Fast immer passen Ofenkartoffeln oder Ofengemüse als Beilage.

Dessert

  • Apfelkuchen
  • Pumpkin Pie
  • Zwetschgen Crumble
  • Birnen-Tarte

Noch eine Idee: Wirf einfach den Raclette-Grill an. Statt immer nur an Silvester, garantiert das gemeinsame Hantieren mit Pfännchen auch an Friendsgiving Spaß. Du bist der Meinung mehr Kürbis geht immer? Dann erfährst du bei uns ebenfalls mehr zu Erntedankfesten und Kürbishöfen.

Als Gastgeber:in kümmerst du dich am besten um die Getränke und die Dekoration. Denke auch an ausreichend Stühle und Geschirr.

Wie dekorierst du die Friendsgiving-Tafel?

Natürliche Materialien schaffen eine gemütliche Atmosphäre für deinen Friendsgiving-Abend. Du kannst je nach Vorliebe eher herbstlich dekorieren oder optisch bereits auf die nahende Weihnachtszeit einstimmen. Ein Leinenläufer oder eine Tischdecke im warmen Erdton oder sattem Grün bilden in beiden Fällen eine gute Basis. Ebenfalls dürfen Windlichter oder festliche Stabkerzen nicht fehlen.

Für eine Herbst-Deko bieten sich Zierkürbisse, Nüsse oder Kastanien an. Auch Äpfel oder Birnen schmücken die Tafel passend zur Jahreszeit. Verteile dazu Heidekraut oder bunt gefärbte Blätter auf dem Tisch.

Soll die Tafel eher weihnachtlich erscheinen, passen Tannengrün, Zapfen und Mandarinen. Breite eine Lichterkette aus und stelle Weihnachtsterne als Farbtupfer auf.

Natürlich kannst du Friendsgiving auch prima mit einer Motto-Dinnerparty verbinden.

Wie sorgst du an Friendsgiving für gute Stimmung?

Die Tafel ist festlich geschmückt, der Menüplan steht? Dann fehlt nur noch die passende Musik. Sie schafft die Grundlage für einen geselligen Abend. Streaming-Apps wie Spotify listen unter dem Stichwort Friendsgiving bereits viele fertige Playlists auf. Drehe die Musik aber nicht zu laut, sodass ihr euch angenehm unterhalten könnt.

Eine Friendsgiving-Feier ist auch eine tolle Gelegenheit, um die nette Nachbarin oder den neuen Arbeitskollegen einzuladen. Das gemeinsame Essen wirkt wie ein Eisbrecher, es entsteht schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Die Neuen haben außerdem sicher ein paar unbekannte Anekdoten auf Lager, die den Abend bereichern.

Oft entwickeln sich am Tisch interessante Gespräche, ohne dass es weiteren Unterhaltungs-Input braucht. Falls einmal unangenehme Pausen entstehen, kommen hier ein paar Ideen als Backup:

  • Offene Fragen als Gesprächsanregung: Zum Beispiel: „Was war euer schönstes Erlebnis diesen Herbst?“, „Was war das Verrückteste, was ihr in eurem Urlaub erlebt habt?“ oder „Was war euch zuletzt so richtig peinlich?“.
  • Zeit für Spiele: Spiele wie, Wer bin ich? helfen die Stille zu durchbrechen und die Stimmung zu heben. Bei dem beliebten Ratespiel notieren die Mitspieler:innen verdeckt eine bekannte Person, Märchenfigur oder ein Tier. Die Zettel werden mit einem Klebestreifen auf der Stirn der Nebensitzerin oder des Nebensitzers befestigt. Mithilfe von Ja-Nein-Fragen müssen nun alle herausfinden, wen sie darstellen. Natürlich könnt ihr euch auch für ganz andere Spiele entscheiden.
  • Ein Ausflug in die Vergangenheit: Jeder Gast schreibt eine lustige oder berührende Erinnerung auf, die er mit dem Freundeskreis oder einem der Gäste verbindet. Alle Erinnerungen werden gesammelt und im Laufe des Abends laut vorgelesen.
  • Lernt euch besser kennen: Kostümparty oder Poolparty? Rockstar oder Rennfahrer? Staubsaugen oder Abspülen? Das Spiel Entweder-oder eignet sich gut, um sich (noch) besser kennenzulernen. Dabei stellt ein Gast eine Frage mit zwei Alternativen – und der oder die Gefragte, muss sich ohne Nachzudenken für eine Option entscheiden. Sammlungen mit Beispielfragen findest du im Internet.

Falls du jetzt Lust auf mehr bekommen hast, findest du bei uns weitere Anregungen für einen spannenden Spieleabend zuhause.

Friendsgiving als neue Tradition

Vielleicht wird Friendsgiving ja zu deiner neuen liebgewonnenen Tradition: Jedes Jahr versammelt sich der Freundeskreis an einer reicht gedeckten Tafel, wobei neue Gesichter immer willkommen sind. Es ist ein Fest, das du ganz nach deinen Vorstellungen gestalten kannst, ohne den Erwartungsdruck eines Weihnachtsfests oder anstrengenden Family Talk.

Die Feier lebt von der Ungezwungenheit und von Menschen, mit denen du gerne deine Zeit verbringst. Außerdem ist es die ideale Gelegenheit, um deinen Freund:innen einfach einmal Danke zu sagen. Wie wäre es zur Einstimmung mit einer Thanksgiving-Folge „Friends“?

FAQ: Friendsgiving

Wie plane ich ein Friendsgiving?

Überlege zunächst, wen du einladen möchtest und wann alle Zeit für euer Friendsgiving haben. Anschließend könnt ihr gemeinsam das Menü planen und festlegen, wer welches Gericht mitbringt. Als Gastgeber kümmerst du dich beispielsweise um Getränke, Geschirr, ausreichend Sitzplätze und eine gemütliche Atmosphäre.

Welches Essen passt zu Friendsgiving?

Für Friendsgiving eignen sich besonders gut herbstliche Gerichte, die sich unkompliziert vorbereiten und miteinander teilen lassen. Kürbis- oder Maronensuppe, Ofengemüse, Pilz-Wellington und gebackener Camembert passen beispielsweise wunderbar auf die Tafel. Zum Abschluss darf es mit Apfelkuchen, Pumpkin Pie oder einem fruchtigen Crumble gerne süß werden.

Wie kann ich Friendsgiving vegetarisch gestalten?

Ein vegetarisches Friendsgiving lässt sich mit saisonalen Zutaten besonders abwechslungsreich gestalten. Kürbissuppe, Feldsalat, Pilz-Wellington, Ofengemüse oder gebackener Käse ergeben zusammen bereits ein vielseitiges Menü. Wenn alle etwas mitbringen, könnt ihr die Gerichte vorher verteilen und so ohne großen Aufwand ein üppiges Buffet zusammenstellen.

Wie dekoriere ich die Tafel für Friendsgiving?

Bei der Friendsgiving-Deko darf es gemütlich und unkompliziert bleiben. Für eine herbstliche Tafel kannst du beispielsweise Kürbisse, Kastanien, Nüsse, buntes Laub und saisonales Obst mit Kerzen und natürlichen Textilien kombinieren. Geht es bereits auf Weihnachten zu, sorgen Tannenzweige, Zapfen und eine Lichterkette für eine festlichere Stimmung.

Welche Getränke passen zu Friendsgiving?

Bei den Getränken kannst du dich an den Vorlieben deiner Gäste und eurem Menü orientieren. Neben den gewünschten Getränken solltest du ausreichend Wasser und einige alkoholfreie Alternativen bereitstellen. Besonders entspannt wird es, wenn du die Getränke vor Beginn des Friendsgiving-Abends vorbereitest und sich später alle selbst bedienen können.

Christine Frischke

Christine Frischke schreibt als Journalistin mit Schwerpunkt Reportage über (fast) alles, was sie neugierig macht, derzeit vor allem über die Themen Familie und Beruf. Aus ihrer Anfangszeit als Wohnredakteurin hat sie sich das Interesse für Design und clevere Einrichtungsideen bewahrt.

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