Eine Frau mit Einkaufskorb und Handy.
Alltags-Hacks

Nachhaltige Apps: Empfehlungen für Umwelt und Alltag

Portrait: Carolin Föste

Carolin Föste

Nachhaltige Apps – das klingt erstmal nach einem Widerspruch. Schließlich schlucken Rechenzentren und Smartphones jede Menge Energie. Doch es gibt Anwendungen, die genau das anders machen wollen: Sie investieren ihre Gewinne in grüne Projekte, helfen dir beim bewussteren Einkaufen oder bringen dir deine eigene Umwelt ein Stück näher. Welche das sind und was sie wirklich leisten, erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nachhaltige Apps helfen dir, bewusster einzukaufen, Lebensmittel zu retten und den eigenen CO₂-Fußabdruck zu verfolgen.
  • Apps wie „Too Good To Go" oder „CodeCheck" machen nachhaltigen Konsum im Alltag einfacher.
  • Auch Naturbestimmungs-Apps fördern das ökologische Bewusstsein durch Umweltbildung.
  • Digitale Tools ersetzen nicht alle analogen Alternativen – manchmal ist die analoge Variante die nachhaltigste.
  • Bei der App-Wahl lohnt sich ein Blick auf die Transparenz des Unternehmens gegenüber dem eigenen ökologischen Fußabdruck.

Warum diese 22 Apps für mehr Nachhaltigkeit auf deinen Startbildschirm gehören

Ein Mann am Handy

Beim Thema Nachhaltigkeit denkst du sicher zuallererst an ökologische Transportmittel, nachwachsende Rohstoffe und ein bewusstes Konsumverhalten. Aber hast du beim letzten Punkt auch an deinen digitalen Konsum gedacht? Die Nutzung von Apps auf deinem Homescreen verbraucht jede Menge Energie – nicht nur die, die du beim Akku-Aufladen in dein Smartphone speist. Vor allem verbrauchen die Rechenzentren große Mengen Strom und Server wollen gekühlt werden. Wie offen ein Unternehmen, das hinter einer Smartphone-Anwendung steht, über den eigenen ökologischen Fußabdruck und Nachhaltigkeitsmaßnahmen berichtet, gibt Aufschluss darüber, wie nachhaltig es agiert.

Dazu stellt sich die Frage, welche Wirkung die Anwendungen auf dich und die Welt haben. Denn während wohl die meisten Apps auf einen ökologischen Ansatz oder sogar Mehrwert verzichten, haben sich andere genau das zur Aufgabe gemacht. Sie nutzen das verdiente Geld, um grüne Projekte zu fördern oder unterstützen dich dabei, nachhaltiger und bewusster zu konsumieren. Eine verantwortungsvolle Philosophie.

Hast du Lust, das zu unterstützen und einen bewussteren Lebensmittel- und Kosmetik-Konsum zu entwickeln? In den folgenden Abschnitten findest du Inspirationen für Apps, die mehr Nachhaltigkeit in dein Leben bringen.

Wie nachhaltig sind Apps?

Wenn du nach einem umfangreich nachhaltigen Lifestyle strebst, solltest du nicht Google oder Chat-GPT fragen, wie du ihn erreichst, sondern „Ecosia“. Die Suchmaschinen-App pflanzt Bäume und investiert mit ihren Gewinnen in andere nachhaltige Projekte – je mehr gesucht wird, desto mehr wird aufgeforstet.

Auch für KI-Anwendungen gibt es erste Laufversuche nachhaltiger Alternativen. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass KI an sich eine besonders energieaufwändige Technik ist, die dadurch nicht wirklich mit Nachhaltigkeit punkten kann. Dies solltest du generell bei der Nutzung von Apps im Hinterkopf behalten – manchmal ist die analoge Variante eben die nachhaltigste.

Dennoch: Einige Unternehmen verfolgen mithilfe ihrer nachhaltigen Apps grüne Konzepte oder Ideen, die dein tägliches Leben nachhaltiger machen sollen. Sie helfen dir, bewusster einzukaufen, den eigenen Verbrauch im Auge zu behalten oder deine grüne Umwelt kennenzulernen.

Eine Frau im Lose-Laden am Einkaufen

Apps für den Umweltschutz: so schützt du aktiv Klima und Natur

Empfehlenswerte Apps für den Umweltschutz im Überblick:

  • Earth Hero: ökologische Ziele und Klimaschutz-Todos setzen sowie den eigenen CO₂-Fußabdruck berechnen
  • CO2 Ampel: farbliche Bewertung des persönlichen CO₂-Verbrauchs
  • Die Klima App (WDR): Bildungs-App, die dich virtuell in Naturkatastrophen versetzt und die Folgen des Klimawandels veranschaulicht
  • Ein Guter Tag, eevie, GoEcoFit, 2zero Klimathon: gamifizieren nachhaltige Aktivitäten und helfen dabei, Gewohnheiten zu reflektieren und umzustellen
  • rebuy, Vinted: Marktplätze für Gebrauchtware, von Technik bis Kleidung

Zu deinem nachhaltigen Lifestyle gehört neben einem minimalistischen Kleiderschrank auch dein Energieverbrauch, bzw. die Produktion der von dir verbrauchten Energie. Apps können auch das ökologische Wohnen unterstützen. Dimme beispielsweise mit Smart-Home-Apps deinen Heizwert sowie Lichter, um Energie zu sparen oder nutze Apps von Ökostrom-Versorgern, um einen günstigen und nachhaltigen Tarif zu finden.

All das geht nicht nur privat. Auch dein Arbeitsleben kannst du durch Challenges in Apps wie „Earnest – Nachhaltig leben“ im Sinne des Klima- und Umweltschutzes gestalten. Im Bereich Finanzen kannst du dich über deine Banking-App zu nachhaltigen Anlagestrategien informieren und somit dein Geld in grüne und soziale Projekte investieren.

Beautyprodukte in Offbrand-Flaschen

Apps, die deine Kosmetik-Routinen nachhaltig gestalten

Umweltschutz beginnt aber schon bei kleineren finanziellen Entscheidungen. Etwa bei der Frage, welche Hautcreme in deinem Einkaufskorb landet. Nachhaltiges Einkaufen per App geht auch! Wenn du dich auch manchmal fragst, was die langen Listen an Inhaltsstoffen auf Kosmetika aussagen und was wirklich dahintersteckt, dann können dir diese Apps für nachhaltige Produkte weiterhelfen:

  • ToxFox: identifiziert giftige bzw. gesundheitlich problematische Inhaltsstoffe per Barcode-Scan
  • EcoCheck: liefert nach demselben Prinzip Nachhaltigkeitsinformationen und -bewertungen zu einem Produkt und ermöglicht das Erstellen einer digitalen Einkaufsliste
  • CodeCheck: prüft Inhaltsstoffe auf ihre Nachhaltigkeit und hilft dabei, nachhaltigere Alternativen zu entdecken

Mit nachhaltigen Apps wie diesen kannst du potenzielle Umweltsünden im Kleinen aufdecken und künftig beim Einkaufen vermeiden.

Mit einem Handy werden Zutaten abfotografiert

Lebensmittel retten mit einer App – für einen nachhaltigen Einkauf

Und wie ist es bei Lebensmitteln? Kann man auch mit Apps Essen retten? Das geht! Zum einen erlaubt dir CodeCheck ebenfalls einen Überblick über die Nachhaltigkeit von Speisen – solange sie einen Barcode haben. Zum anderen gibt es zahlreiche Apps, die gezielt die Lebensmittelverschwendung beenden wollen:

  • Fork Ranger: liefert nachhaltige Rezepte zum Nachkochen sowie Infografiken zum Thema nachhaltige Ernährung
  • Zero Waste Map: zeigt Unverpacktläden, nachhaltige gastronomische Angebote und Second-Hand-Stores in der Nähe

„To Good to Go“ reduziert das Wegwerfen unverkaufter Lebensmittel zu Ladenschluss und schont deinen Geldbeutel. Über diese nachhaltige App findest du teilnehmende Unternehmen in deiner Nähe und kannst zu einer vereinbarten Uhrzeit Goodie-Bags und Überraschungstüten abholen. Darunter Hotels, Supermärkte, Tankstellen, Bäckereien und vieles mehr. Ein Pluspunkt: Bei manchen Geschäften darfst du dir sogar aussuchen, welche Lebensmittel du mit nach Hause nimmst.

Manche Apps für einen nachhaltigen Konsum dienen dir ganz nebenbei als digitale Saisonkalender. Sie zeigen dir, welche Lebensmittel regional und saisonal gerade verfügbar sind. Das spart Lieferwege. Lebensmittel müssen außerdem gar nicht erst aufwändig haltbar gemacht oder anderweitig verarbeitet werden. Saisonkalender gibt es aber auch analog mit hübschen Designs für die Kühlschranktür – eine dekorative Alternative zur nachhaltigen App.

Kennen heißt Schützen: Nachhaltige Apps bringen dich der Natur näher

Sinngemäß sagte ein senegalesischer Forstingenieur und Politiker Ende der 1960er-Jahre einmal: Nur, was man kennt und liebt, das schützt man. Getreu nach diesem Motto können dich auch Apps zur Bestimmung von Arten oder Pflanzenkalender für mehr Nachhaltigkeit im Alltag begeistern und dafür sensibilisieren. Denn wenn du deine Umwelt besser kennenlernst, kannst du auch Acht auf sie geben.

Der Ansatz dieser Apps ist demnach die Natur- und Umweltbildung. Damit wirken sie noch einmal anders ökologisch als die zuvor vorgestellten Apps für mehr Nachhaltigkeit.

  • Flora Incognita und PlantNet: Pflanzen ganz einfach per Fotoupload bestimmen
  • Naturblick (Berliner Naturkundemuseum): verbindet Pflanzen-, Pilz-, Tier- und Vogelstimmenbestimmung in einer App
  • Carbon Tracker: zeigt den eigenen ökologischen Fußabdruck und ungenutzte Potenziale auf
  • refoorest: pflanzt als Browser-Plugin Bäume, während du surfst (auch kompatibel mit Ecosia)

Du siehst: Die Auswahl an nachhaltigen Apps ist so bunt wie dein Leben selbst. Egal, ob du eine von diesen 23 Apps für Umweltschutz und Nachhaltigkeit nutzt oder eine ganz andere zur Probe installierst – Apps für mehr Nachhaltigkeit auszuprobieren, lohnt sich!

FAQ zu Nachhaltigen Apps

Was sind nachhaltige Apps?

Nachhaltige Apps sind Smartphone-Anwendungen, die entweder durch ihre eigene Unternehmensphilosophie ökologisch handeln, etwa indem sie Gewinne in Umweltprojekte investieren, oder dir dabei helfen, im Alltag nachhaltiger zu konsumieren, einzukaufen und zu leben.

Gibt es Apps, mit denen man Lebensmittel retten kann?

Ja! Die bekannteste App zum Essen retten ist „Too Good To Go". Sie verbindet dich mit Restaurants, Bäckereien, Supermärkten und anderen Anbietern, die übrig gebliebene Lebensmittel zu reduzierten Preisen anbieten. Auch die „Zero Waste Map" hilft, lokale Anlaufstellen für unverpacktes und nachhaltiges Einkaufen zu finden.

Welche Apps helfen beim nachhaltigen Einkaufen?

Apps wie „CodeCheck", „EcoCheck" und „ToxFox" ermöglichen es, Produkte per Barcode-Scan auf Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeitsbewertungen zu prüfen. So lässt sich beim nächsten Einkauf gezielt zur nachhaltigeren Alternative greifen.

Wie kann ich mit Apps meinen CO₂-Fußabdruck berechnen?

Apps wie „Earth Hero" oder „Carbon Tracker" ermöglichen es, den eigenen CO₂-Fußabdruck zu berechnen und nachzuvollziehen, in welchen Lebensbereichen noch Potenzial für mehr Nachhaltigkeit steckt. Die „CO2 Ampel" bietet eine schnelle farbliche Einordnung des persönlichen Verbrauchs.

Sind nachhaltige Apps wirklich umweltfreundlich?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Apps verbrauchen Energie – sowohl beim Betrieb auf dem Smartphone als auch in den Rechenzentren dahinter. Entscheidend ist, wie transparent ein Unternehmen mit seinem ökologischen Fußabdruck umgeht und welchen Mehrwert die App konkret bietet. Manchmal ist die analoge Alternative die nachhaltigste Lösung.

Welche Apps fördern das Umweltbewusstsein durch Bildung?

Die App „Naturblick" des Berliner Naturkundemuseums ermöglicht die Bestimmung von Pflanzen, Tieren und Vogelstimmen. „Flora Incognita" und „PlantNet" helfen ebenfalls beim Erkennen von Pflanzenarten. „Die Klima App" vom WDR sensibilisiert durch virtuelle Erlebnisse für die Folgen des Klimawandels.

Kann ich nachhaltige Apps auch im Job nutzen?

Ja! Apps wie „Earnest – Nachhaltig leben" bieten Challenges, die sich auch auf das Arbeitsleben übertragen lassen. Über Banking-Apps lässt sich außerdem gezielt in nachhaltige und soziale Anlagestrategien investieren. Auch im Büroalltag lassen sich mit Smart-Home-Anwendungen Energie und Ressourcen einsparen.

Carolin Föste

Carolin Föste (Blätterwerke) ist freie Journalistin und Texterin aus Hannover. Als studierte Försterin ist sie entweder mit ihrem Hund im Wald unterwegs oder schreibt über eins von beidem. Auf vielseitige Themen rund um die Natur und die Nachhaltigkeit legt sie ihr Augenmerk.

Portrait: Carolin Föste
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