Martin steht vor der Pfeffer Boutique Hennes Finest
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Pfeffer aus Kampot: Zu Besuch bei Hennes Finest

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Kampot Pfeffer aus Kambodscha gilt als einer der besten Pfeffer der Welt – und das aus gutem Grund. Wir haben Gründer Martin von Hennes Finest besucht und uns erzählen lassen, wie aus einer Reise eine Leidenschaft und daraus ein Unternehmen wurde. Was Kampot Pfeffer so besonders macht, wie du guten von schlechtem Pfeffer unterscheidest und welche Sorten es gibt – das erfährst du hier und im Video direkt von Martin.

Stell dir vor, du beißt das erste Mal in eine frisch geerntete Pfefferbeere – und alles, was du bisher über Pfeffer zu wissen geglaubt hast, stimmt plötzlich nicht mehr. Genau das ist einem der Mitgründer von Hennes Finest passiert. Während er ein Entwicklungshilfeprojekt in der Region Kampot begleitete, stieß er auf die dortigen Pfefferplantagen – und brachte den Pfeffer kurzerhand mit nach Deutschland. Was als Mitbringsel begann, wurde schnell zur Geschäftsidee: Gemeinsam mit zwei Freunden, darunter Martin, entstand daraus Hennes Finest. Heute steht hinter dem Unternehmen ein Team, das sich dem Kampot Pfeffer und mittlerweile vielen weiteren Gewürzen widmet – und das seit 2009. Wie es dazu gekommen ist, erzählt Martin im Video.

Was macht Kampot Pfeffer so besonders?

Der Name sagt alles. Und gleichzeitig gar nichts, wenn man ihn zum ersten Mal hört. Kampot ist eine Provinz im Süden Kambodschas, etwa drei Autostunden von der Hauptstadt Phnom Penh entfernt, eingeklemmt zwischen dem Elefantengebirge im Norden und dem Golf von Thailand im Süden.

Die Lateritböden in Kampot sind nicht besonders fruchtbar – und genau das macht den Unterschied. Die Pflanze muss kämpfen: gegen einen kargen Boden, gegen das wechselhafte Monsunklima mit harten Trocken- und Regenzeiten, gegen die salzigen Küstenwinde vom Golf von Thailand. Dieser Stress zwingt sie dazu, besonders viel Aroma zu produzieren. Hier wächst der Pfeffer langsam, an Holzstangen rankend, beschattet von Palmwedeln – ohne Pestizide, ohne Kunstdünger, ohne Erntemaschinen. Jedes Korn wird per Hand gepflückt und anschließend sorgfältig handverlesen, sodass am Ende nur einwandfreie Körner übrigbleiben – kein Fehlton, nur reiner Geschmack.

Das Ergebnis ist ein Pfeffer, der aromatisch so weit vom Supermarkt-Standard entfernt ist wie ein Riesling vom Tafelwein. Nicht umsonst wird Kampot gern als „Champagne des Pfeffers" bezeichnet. Seit 2016 trägt er sogar den EU-Schutzstatus als geschützte geografische Angabe (g.g.A.). Nur Pfeffer, der tatsächlich aus dem Anbaugebiet des Kampot Pepper Promotion Association stammt, darf diesen Namen tragen.

Vier Sorten, eine Pflanze

Im Regal stehen die Packungen der fünf verschiedenen Pfeffersorten und die Pfeffermühlen

Was viele nicht wissen: Schwarzer, weißer, roter und grüner Pfeffer kommen alle von derselben Pflanze – dem Piper nigrum. Was sie voneinander unterscheidet, ist einzig der Erntezeitpunkt und die Verarbeitung danach.

Schwarzer Kampot Pfeffer ist die bekannteste Sorte. Die Körner werden kurz vor der vollen Reife als grüne Beeren gepflückt und trocknen dann in der kambodschanischen Sonne. Dabei setzt ein natürlicher Fermentationsprozess ein, der die Körner schwärzt und ihnen ihr charakteristisches, erdiges Aroma verleiht. Mit Noten von Kräutern wie Thymian und Eukalyptus sowie einem frischen, leicht zitronigen Abgang. Der Allrounder für die Küche.

Roter Kampot Pfeffer ist eine echte Rarität. Die Beeren reifen an der Rispe ungleichmäßig. Die „Einzelgänger", die zuerst rot werden, müssen einzeln von Hand herausgepickt werden. Mehrfach, über Wochen. Das macht roten Kampot Pfeffer zu einem der aufwendigsten Gewürze überhaupt. Der Geschmack: fruchtig-süß, beerig, mit einer weichen Schärfe. Und einer Komplexität, die an einen guten Rotwein erinnert.

Weißer Kampot Pfeffer entsteht, wenn vollreife rote Beeren in Wasser eingeweicht werden, bis sich die äußere Schale löst. Was bleibt, sind die hellen Kerne, mit einem milden, nussigen Aroma und feinen Zitrusnoten. Ideal für helle Saucen und Fischgerichte, bei denen ein schwarzes Korn optisch stören würde.

Grüner Kampot Pfeffer wird am frühesten geerntet, noch bevor die Körner zu reifen beginnen. Frisch, grasig, leicht scharf. In fermentierter Form ist er besonders interessant: knackig und saftig, ein Erlebnis, das man eher mit einem Snack assoziiert als mit einem Gewürz.

Woran erkenne ich guten Pfeffer?

Ein getrockneter Strauch mit Pfefferbeeren

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Pfeffer, der in den meisten Supermarktmühlen steckt, ist oft jahrelang gelagert, industriell verarbeitet und so weit von frischem Anbau entfernt, dass er aromatisch kaum noch etwas zu bieten hat. Die gute Nachricht: Guten Pfeffer zu erkennen ist gar nicht schwer.

Gleichmäßige Körner. Hochwertig selektierter Pfeffer enthält keine zersplitterten, zu kleinen oder missfarbenen Körner.

Frische und Herkunft. Guter Pfeffer hat eine Chargennummer oder einen Herkunftscode auf der Verpackung, mit dem sich zurückverfolgen lässt, von welchem Bauernhof er stammt und wann er geerntet wurde. Pfeffer, der mehrere Jahre alt ist, verliert massiv an Aroma. Auch wenn er noch „haltbar" ist.

Das g.g.A.-Siegel. Echten Kampot Pfeffer erkennst du am EU-Qualitätslabel für geschützte geografische Angaben. Wer dieses Siegel nutzt, muss die strengen Anbau- und Verarbeitungsrichtlinien des Kampot Pfeffer Verbands einhalten.

Der Geruch. Frischer, hochwertiger Pfeffer riecht lebendig, komplex, manchmal fast blumig. Wenn beim Öffnen der Tüte wenig passiert, sagt das mehr über die Qualität aus als jeder Preisvergleich.

Niemals gemahlen kaufen. Die ätherischen Aromen des Pfeffers verfliegen nach dem Mahlen sehr schnell. Wer wirklich guten Pfeffer erleben möchte, kauft ihn ganzes Korn und mahlt ihn direkt auf dem Teller frisch.

Pfeffer und Fairness: Wer steckt dahinter?

Bei Hennes Finest lässt sich auf jeder Verpackung per Code der Ursprung zurückverfolgen. Bis zu dem Kleinbauern in Kambodscha, der den Pfeffer angebaut hat. Das ist kein Marketing-Gimmick, sondern Haltung. Das Unternehmen arbeitet mit über 70 Kleinbauer:innen zusammen, die fair bezahlt werden und von jeder Bestellung profitieren. Nachhaltigkeit meint hier nicht nur Umwelt, sondern auch wirtschaftliche Perspektiven für Menschen, die ihre Arbeit in jedes einzelne Korn stecken.

Diese Art zu wirtschaften – mit Transparenz, Handwerk und echtem Kontakt zur Quelle – passt zu einem wachsenden Bewusstsein dafür, was hinter den Produkten steckt, die wir täglich benutzen. Ein Gewürz, über das man normalerweise nicht nachdenkt. Bis man einmal echten Kampot Pfeffer gemahlen hat.

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