Der Badeteich im eigenen Garten Wohnen

6 min Lesezeit

Leonie Zimmermann • August 2021

Alles rund um Planung, Ausbau und Pflege

Die Temperaturen steigen und damit auch die Lust auf eine ordentliche Abkühlung. Wer im Hochsommer aber einen ruhigen Platz am Badesee sucht, der landet am Ende oft mit seiner Picknickdecke neben vielen anderen sonnenhungrigen Badegästen. Die entspannte Alternative: Ein eigener Schwimmteich im Garten. Wer den Platz – und die finanziellen Mittel – hat, der kann sich damit ein idyllisches Badeparadies direkt vor der Haustür schaffen.

Teich oder Pool? Die Vorteile eines Schwimmteiches

Wer mit dem Gedanken spielt, sich den Traum vom eigenen Schwimmbereich zu erfüllen, der steht allerdings zunächst vor einer wichtigen Entscheidung: Baue ich einen Swimmingpool oder einen Badeteich? Grundsätzlich gilt: Diese Entscheidung sollte immer zu den individuellen Vorlieben passen.

Allerdings hat der Schwimmteich mindestens zwei Vorteile: Er benötigt kein Chlor zur Säuberung, sondern wird durch natürliche Systeme aus Kies, Pflanzen und Mikroorganismen sauber gehalten. Und die Betriebskosten für einen Badeteich fallen deutlich geringer aus als die Unterhaltungskosten für einen Pool. Natur- und Tierfreund:innen können sich mit einem Badeteich außerdem auf eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt in ihrem Garten freuen.

Den eigenen Badeteich bauen – das solltest du beachten

Das Interesse an einem Badeteich ist geweckt? Dann geht es jetzt an die Planung des besonderen Bauprojekts. Wenn du keine handwerklichen Erfahrungen hast, dann hole dir auf jeden Fall professionelle Hilfe, damit das Projekt „Schwimmteich“ nicht am Ende noch ins Wasser fällt.

Besitzt du handwerkliches Geschick, dann kannst du den Badeteich allerdings auch in Eigenregie angehen. Dafür gibt es entweder fertige Bausets von verschiedenen Anbieter:innen mit allen notwendigen Materialien – oder du planst den Naturteich sogar selbst und besorgst dir das Baumaterial im Baumarkt deines Vertrauens.

Planung des eigenen Naturteichs: Standort und Voraussetzungen

In beiden Fällen gilt: Gut geplant ist halb gebaut. Bevor es an konkrete Gestaltungsideen geht, solltest du dir deshalb zunächst Gedanken über den Standort des Gewässers machen. Wer Pflanzen und Fische schützen und Algenbildung verhindern möchte, der sollte den Badeteich am besten zumindest teilweise im Schatten anlegen. Denn direkte Sonneneinstrahlung lässt Algen wachsen und Fische und Teichpflanzen eingehen.

Außerdem solltest du den Bau des Schwimmteichs in der unmittelbaren Nähe von Laubbäumen vermeiden, wenn du nicht ständig Blätter und Äste aus dem Teich fischen willst. Um auszuschließen, dass eine Grundwasserquelle die Stabilität des Badeteichs gefährdet, sollte das durch Probebohrungen außerdem ausgeschlossen werden.

Übrigens: Eine Baugenehmigung ist für das Anlegen eines Badeteichs zumindest in Baugebieten bis zu einem Volumen von 100 Kubikmeter nicht nötig. Wer außerhalb wohnt oder einen größeren Badeteich anlegen möchte, der sollte sich allerdings mit seinem Bauvorhaben beim zuständigen Bauamt melden.

Badeteich planen: Was ist die beste Größe für das Schwimmbecken?

Als nächstes steht die Frage nach der Größe des Schwimmteichs auf der Agenda. Dabei kommt es zunächst auf das Budget an. Ein Schwimmteich kostet je nach Größe zwischen 6.000 und 10.000 Euro. Wichtig ist aber auch, wofür der Naturteich am Ende genutzt werden soll. Wer sich nur mal in den Teich setzen und abkühlen möchte, dem reichen unter Umständen schon 20 Quadratmeter.

Zum Schwimmen braucht es schon etwas mehr Platz: Expert:innen empfehlen hierfür zwischen 35 und 60 Quadratmeter Wasserfläche. Unabhängig davon sollte der Schwimmteich mindestens 80 Zentimeter tief sein. Bitte beachte dabei immer: Der Badeteich besteht am Ende aus zwei Bereichen: Einem Schwimm- oder Entspannungsbereich und der Regenerationszone, die zur natürlichen Reinigung da ist.

Anleitung: Schritt für Schritt zum eigenen Schwimmteich

Sobald die Entscheidungen gefallen sind, geht es auch schon ans Eingemachte. Dafür muss zunächst die Fläche des Gartens abgesteckt werden, die später zum Badeteich werden soll. Das anschließende Ausheben der Baugrube kann entweder ganz in oldschool Tradition mit Schaufel, Spitzhacke und Schubkarre erledigt werden – oder bequem mit einem Minibagger.

Sobald die Grube fertig ist, werden die zwei Bereiche des Schwimmteichs mit einer kleinen Stein- oder Metallmauer eingeteilt. Die Trennwand sollte dabei nicht ganz bis zur Wasseroberfläche reichen, damit das Wasser gut zirkulieren kann.

Viele halten sich dabei an eine einfache Formel, die besagt, dass 80 Prozent der Wasserfläche zum Schwimmen und 20 Prozent als Regenerationszone für eine gute Wasserqualität eingeplant werden sollten. Wenn dir das nicht zusagt, dann kannst du die Schwimmfläche kleiner gestalten – die Regenerationszone benötigt allerdings mindestens 20 Prozent zum reinigen.

Nun wird der Teich komplett mit Teichfolie ausgelegt und schließlich verklebt. Am Rand kann die Folie mit einer speziellen Uferbefestigung angebracht werden, die es im Baumarkt gibt. Im nächsten Schritt gilt es, die Technik zur Wasserreinigung zu installieren und eventuell ein Filtersystem einzubauen.

Insbesondere das Filtersystem für den Badeteich ist dann notwendig, wenn im Naturteich keine eigenen Pflanzen und Tiere leben sollen. Ist das erledigt, heißt es: Die Regenerationszone mit Teichsand und den Schwimmbereich mit Sand oder Erde befüllen, Wasser einlassen und bei Bedarf die Teich- und Uferbepflanzung vornehmen.

Die schönsten Pflanzen und Tiere für deinen Badeteich

Mit der richtigen Bepflanzung können ästhetische Akzente im Badeteich gesetzt und gleichzeitig etwas für die Wasserqualität getan werden. Die beste Zeit für Teichpflanzen ist dabei zwischen April und Oktober, da sie in dieser Zeit besonders gut gedeihen und wachsen.

Die Wahl der richtigen Teichpflanzen ist dabei zunächst nicht ganz so einfach. Denn die Regenerationszone teilt sich üblicherweise in vier Zonen ein: Uferzone, Sumpfzone, Flachwasserzone und Tiefwasserzone. Und jede dieser Zonen eignet sich für unterschiedliche Wasserpflanzen und Tiere.

In der Uferzone fühlen sich etwa Zwerg-Rohrkolben, Wasserlilien und Zwergbinsen am wohlsten, während in der Sumpfzone oftmals Sumpfdotterblumen oder Sumpf-Vergissmeinnicht vorgefunden werden. Rohrkolne, Grüne Teichbinsen, Wasserminze und die Kleine Teichrose gehören in die Flachwasserzone. In der Tiefwasserzone gibt es oftmals die Große Teichrose, Seekanne, Seerose oder den Wasserknöterich. Dort fühlen sich auch alle Teichfische sehr wohl.

Übrigens: Wer nicht selbst Tiere in seinen Naturteich integriert, der wird früher oder später trotzdem auf Frösche oder Molche an seinem Gewässer treffen, da sie sich gerne an Badeteichen einnisten. Ein Schwimmteich ohne Tier- und Pflanzenwelt ist also auf lange Sicht unrealistisch. Und es wäre auch irgendwie langweilig, oder?


Leonie Zimmermann

Leonie Zimmermann lebt in Norddeutschland und schreibt als freiberufliche Online-Redakteurin am liebsten über die schönen Dinge des Lebens: Reisen, Mode, Gefühle und natürlich alles, was es für ein schönes und nachhaltiges Zuhause braucht.


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